Aminosäuren, Peptide, Komplexe
Gegenstandskatalog (4. Aufl. 2001):
3.6 (Ligandenaustausch-Reaktionen),
5 (Aminosäuren, Peptide, Proteine)
Lehrbuch: Kapitel 24, 27
Aufgaben 9-1 bis 9-13
1. Diskutieren Sie die Säure-Base-Eigenschaften der beiden
Aminosäuren Lysin und Glutaminsäure unter folgenden
Gesichtspunkten:
a) Wie liegen sie in stark saurer Lösung vor (Formel)?
b) Wenn Sie die stark sauren Lösungen mit NaOH titrieren, in
welcher Reihenfolge werden dann die Protonen abgegeben (Gleichgewichte
formulieren)?
c) Welche der nacheinander entstehenden Formen ist nach
außen elektrisch neutral, d.h. wandert bei der Elektrophorese nicht?
Wohin würden die anderen Formen wandern?
d) Ordnen Sie die beiden Sätze von pKS-Werten den beiden
Säuren zu:
1. pKS1 = 2,10 pKS2 = 4,07 pKS3 = 9,47
2. pKS1 = 2,18 pKS2 = 8,95 pKS3 = 10,53
Ordnen Sie die pKS-Werte den unter b) formulierten
Gleichgewichten zu und begründen Sie Ihre Entscheidung.
e) Wie ist der isoelektrische Punkt (IEP) definiert?
Berechnen Sie die IEP von Lysin und Glutaminsäure und begründen
Sie die Rechnung mit Hilfe der Antworten auf c).
2. Welcher Zusammenhang besteht zwischen der Basizität eines Liganden und
der Stabilität eines Komplexes? Vergleichen Sie folgende Ligandenpaare in
bezug auf die Stabilität ihrer Cu2+-Komplexe
(Begründung):
a) H2O, NH3
b) NH3, NH4+
c) NH3, Acetamid
d) NH3, Butylamin
e) NO3-, CH3-COO-
3. a) Warum ist das Auftreten von Komplexen in der Regel pH-abhängig?
b) Verändert sich die Komplexzerfallskonstante mit dem pH-Wert?
4. Entwickeln Sie die Strukturformel für das Tripeptid Ala-Cys-Gly.
5. a) Formulieren Sie den Übergang zweier Cysteinbausteine in einen
Cystinbaustein am Beispiel des Tripeptids Ala-Cys-Gly.
b) Hg2+-Ionen wirken giftig, weil sie mit Cysteinbausteinen von
Eiweißen eine feste Bindung eingehen (vgl. Reaktion von Thiolen mit
Schwermetallen). Formulieren Sie die Reaktion von Cystein mit
Hg2+-Ionen.
1. a) Nennen Sie ein Beispiel für einen Ester. Wie kann man ihn
herstellen? Was entsteht bei der Hydrolyse?
b) Unter welchen Voraussetzungen
kommt es zur intramolekularen Esterbildung bei
Monohydroxycarbonsäuren?
c) Was sind Fette?
Was entsteht bei ihrer Hydrolyse?
2. a) Was versteht man unter einem energiereichen Carbonsäurederivat?
b) Bei welcher der beiden folgenden Reaktionen hat
EA den größeren Betrag?
Acetylchlorid + H2O
Essigsäure + HCl
Acetanhydrid + H2O
Essigsäure + Essigsäure
3.) Formulieren Sie die Bildung von Polyenen ausgehend vom Acetaldehyd.
4. a) Wie verhalten sich
-
bzw.
-Ketosäuren beim
Erhitzen?
b) Erläutern Sie den Begriff der Keto-Enol-Tautomerie an einem Beispiel.
5. a) Geben Sie den Reaktionsmechanismus für die Reaktion von Acetaldehyd
mit Ethanol mit bzw. ohne Säurekatalyse an.
b) Geben Sie allgemein den
Primärschritt bei der Reaktion eines Nucleophils mit einer Carbonylgruppe
an. Welche Beispiele kennen Sie für diesen Reaktionstyp?
Aufgabe 9-1 Struktur und Protolysegleichgewichte von
Aminosäuren
Begriffe/Sachverhalte: Kationen, Anionen und
Zwitterionen bei Aminosäuren
Teil a
Tragen Sie die Strukturformeln der folgenden
Aminosäuren (protonierte Form) ein.
| Glycin | Alanin | Cystein |
| pKS1 = 2,35 pKS2 = 9,78 |
pKS1 = 2,34 pKS2 = 9,87 |
pKS1 = 1,71 pKS2 = 8,27 pKS3 = 10,78 |
Teil b
Welche funktionellen Gruppen sind den einzelnen
angegebenen pKS-Werten zuzuordnen (Begründung)?
Formulieren Sie die Protolysegleichgewichte für Alanin und Cystein
(ausgehend von der protonierten Form).
Aufgabe 9-2 Struktur heterocyclischer Aminosäuren
Begriffe/Sachverhalte: Kationen und Zwitterionen
bei Aminosäuren
Tragen Sie die Formeln für Histidin und Tryptophan in der protonierten
und in der zwitterionischen Form ein.
| Histidin (Imidazolylalanin)
(pKS-Wert von Imidazolium-Ionen vgl. Aufgabe 6-12) |
![]() protonierte Form zwitterionische Form |
| Tryptophan (Indolylalanin) |
![]() protonierte Form zwitterionische Form |
Aufgabe 9-3 pH-Werte wäßriger
Aminosäurelösungen
Begriffe/Sachverhalte:
Isoelektrischer Punkt, Zwitterionen
Messen Sie (pH-Meter) und berechnen Sie (Weg der Rechnung angeben) die
pH-Werte der wäßrigen Lösungen folgender
Aminosäuren:
| Glycin | Alanin | Lysin | Glutaminsäure | |
| pH-Wert, gemessen: |
||||
| pH-Wert, berechnet: |
Sind die pH-Werte der wäßrigen Aminosäurelösungen abhängig von der Konzentration?
Begründung:
Aufgabe 9-4 Isoelektrischer Punkt eines Peptids
Begriffe/Sachverhalte: Protolyse-Gleichgewichte bei
Peptiden, Zwitterionen
Formulieren Sie die Protolysegleichgewichte des Dipeptids H-Gly-Ala-OH
(ausgehend von der protonierten Form), ordnen Sie die pKS-Werte
(pKS1 = 3,15; pKS2 = 8,25) den
Gleichgewichten zu und berechnen Sie den pHIP des Dipeptids.
Aufgabe 9-5 Struktur von Tripeptiden, Cystein/Cystin
Begriffe/Sachverhalte: C- bzw. N-terminale
Aminosäuren, Konstitutionsisomerie bei Peptiden (Sequenz),
Primärstruktur, Disulfid-Brücke
Nach der Hydrolyse eines Tripeptids seien die Aminosäuren Alanin,
Cystein und Histidin gefunden worden. Zeichnen Sie die Strukturformeln für
die denkbaren isomeren Tripeptide unter der Annahme, daß sich der
Alaninbaustein in der Mitte der Peptidkette befindet.
Durch welche chemische Reaktion können zwei Moleküle eines dieser
Tripeptide über eine S-S-Brücke verknüpft werden?
Formulieren Sie das Reaktionsschema.
Aufgabe 9-6 Abhängigkeit der elektrophoretischen Wanderungsrichtung
vom pH-Wert der umgebenden Lösung
Begriffe/Sachverhalte:
Protolysegleichgewichte bei Aminosäuren und Peptiden, Elektrophorese
Zu welcher Elektrode wird gelöstes Glycyl-alanin (pKS1 = 3,15;
pKS2 = 8,25) bei folgenden pH-Werten wandern?
(jeweils zutreffendes Feld ankreuzen)
| pH-Wert der Lösung |
Gesamtladung des Teilchens |
Wanderung des Teilchens zur |
keine Wanderung |
|||
| positiv | negativ | null | positiven Elektrode |
negativen Elektrode |
||
| pH > 5,7 |
||||||
| pH = 5,7 |
||||||
| pH < 5,7 |
||||||
Aufgabe 9-7 Kupferkomplexe mit O-Liganden
Begriffe/Sachverhalte: Aufbau von Komplexen, Zentralteilchen,
Liganden, Koordinationszahl, Aqua-Komplexe
Teil a
2 - 3 g CuSO4·5 H2O (blaue Kristalle) werden in einem
Reagenzglas durch Erhitzen mit kleiner Flamme entwässert.
Beobachtung:
Schlußfolgerung:
Teil b
Das oben hergestellte wasserfreie Kupfersulfat wird mit 10 ml dest.
Wasser versetzt. (Aufbewahren für die folgende Aufgabe)
Beobachtung:
Erklärung:
Aufgabe 9-8 Kupferkomplexe mit N-Liganden
Begriffe/Sachverhalte: Aufbau und Stabilität von
Komplexen, Koordinationszahl
Teil a
Die oben hergestellte Lösung wird
gleichmäßig auf 3 Reagenzgläser verteilt. Sie versetzen nun
tropfenweise mit
a) Ammoniaklösung (5 %)
Beobachtung:
b) Imidazollösung (c = 0,1 mol/l)
Beobachtung:
c) Acetamidlösung (5 %)
Beobachtung:
bis sich der zuerst entstandene Niederschlag wieder gelöst hat. Woraus
bestand der Niederschlag?
Warum findet mit Acetamid keine Reaktion statt?
Welche Strukturformel besitzt der Komplex aus Cu2+-Ionen
und Imidazol? (Koordinationszahl: 4)
Teil b
Die ammoniakalische Kupfersalzlösung wird
tropfenweise mit HCl-Lösung (c = 1 mol/l) versetzt.
Beobachtung:
Erklärung:
Aufgabe 9-9 Diamminsilber-Komplex
Begriffe/Sachverhalte:
Komplexstabilitätskonstante (Komplexbildungskonstante),
Komplexzerfallskonstante, Koordinationszahl
Teil a
1 ml AgNO3-Lösung (4 %) wird mit 1 ml
NaCl-Lösung (10 %) versetzt.
Ionengleichung:
(Fällungsreaktion)
Es ist tropfenweise NH3-Lösung (5 %) hinzuzugeben,
bis eine klare Lösung entsteht.
Ionengleichung:
(Komplexbildung)
Erklärung:
Diese ammoniakalische Lösung wird auf 2 Reagenzgläser
verteilt.
Teil b
Die erste Probe ist mit HNO3-Lösung
(c = 1 mol/l) anzusäuern.
Beobachtung:
Erklärung:
Teil c
Zur zweiten Probe werden einige Tropfen KI-Lösung (5 %) gegeben.
Beobachtung:
Erklärung:
Fassen Sie die Beobachtungen kurz zusammen und erklären Sie die
Reaktionen:
Aufgabe 9-10 Komplexe des Fe3+
Begriffe/Sachverhalte: Stabilität des
Hexacyanoferrat(III)-Komplexes
Teil a
3 ml FeCl3-Lösung (9 %) wird mit einigen Tropfen
NH4SCN-Lösung (10 %) versetzt.
Beobachtung:
Erklärung:
Teil b
3 ml K3[Fe(CN)6]-Lösung (1%) wird mit einigen
Tropfen NH4SCN-Lösung (10 %) versetzt.
Beobachtung:
Erklärung:
Aufgabe 9-11 Chelatbildung
Begriffe/Sachverhalte:
Mehrzähnige Liganden, Chelate, Koordinationszahl
Teil a
Je 2 ml CuSO4-Lösung (c = 0,5 mol/l) werden
tropfenweise mit 1 ml Ethylendiamin-Lösung (4 %) bzw. 1 ml
Glycin-Lösung (5 %) versetzt.
| Formel des Liganden |
Beobachtung | |
| Ethylendiamin (1,2-Diaminoethan) |
||
| Glycin (Aminoessigsäure) |
pH-Wert: |
Die mit Glycin hergestellte Lösung wird für Teil d) aufbewahrt.
Teil b
Welche geometrische Struktur besitzt das
[Cu(ethylendiamin)2]2+-Kation? (Die Stickstoffatome liegen mit dem
Zentralatom in einer Ebene)
Skizze:
Teil c
Beim Glycin ist die
Chelatbildung mit einer Säure-Base-Reaktion gekoppelt. Formulieren Sie die
Gleichungen für die
Säure-Base-Reaktion:
Glycin
(liegt als Zwitterion vor)
| Chelatbildung: |
![]() |
||
| Anion des Glycins (korrespondierende Base) |
Bis(glycinato)-kupfer(II)-Komplex (Koordinationszahl d. Cu2+: 4) |
Welche elektrische Ladung besitzt der Komplex? Warum verändert sich
bei Zugabe von Cu2+-Ionen zu einer Glycin-Lösung der
pH-Wert?
Teil d
Zur Probe
Cu2+/Glycin (aus Teil a) werden ca. 10 Tropfen HCl-Lösung
(c = 1 mol/l) gegeben.
Beobachtung:
Versetzen Sie diese Lösung mit 2 - 3 Spatelspitzen
Natriumacetat.
Beobachtung:
Erklärung:
Warum ist die Bildung des Komplexes pH-abhängig?
Aufgabe 9-12
Porphin-Fe2+-Komplex
Begriffe/Sachverhalte:
Das Porphin-Anion als vierzähniger Ligand
Formulieren Sie die Bildung des Fe2+-Komplexes mit
Porphin.
|
|
![]() |
||
| Porphin | Porphin-Fe2+-Komplex |
Warum geht der Komplexbildung eine Protolyse voraus?
Aufgabe 9-13 Ca2+-Komplex mit Komplexon (EDTA)
Begriffe/Sachverhalte: EDTA als sechszähniger Ligand
Die unten abgebildete Verbindung - EDTA - ist ein sechszähniger
Ligand. Er bildet mit Calciumionen einen besonders stabilen Chelatkomplex.
Geben Sie die 6 Koordinationsstellen an.

Ethylendiamintetraacetat (EDTA)

Oktaedrische Strukturformel des [Ca(EDTA)]2--Komplexes
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