Mercaptane, Alkohole, Phenole, Carbonsäuren, Hydroxycarbonsäuren,
Tenside, Spiegelbildisomerie
Gegenstandskatalog (4. Aufl. 2001):
2.5 (Stereochemie), 3.4.5 (biochemische Redoxreaktionen),
6.1 (Fettsäuren)
Lehrbuch: 16 bis 18, 20, 22, 23
Aufgaben: 7-1 bis 7-14
1. Worauf beruht der Aciditätsunterschied zwischen
a) Wasser und Ethanol,
b) Ethanol und Phenol,
c) Alkoholen und Thiolen (Mercaptanen) bzw. Phenolen und Thiophenolen,
d) Ethanol und Essigsäure,
e) Essigsäure und Oxalsäure,
f) Oxalsäure und Malonsäure?
2. Welche Oxidationsprodukte sind zu erwarten bei der Oxidation von
a) primären Alkoholen,
b) sekundären Alkoholen,
c) p-Dihydroxybenzolen,
d) Thiolen (Mercaptanen)?
Stellen Sie die Reaktionsgleichungen auf.
Was ist über die pH-Abhängigkeit der Redoxpotentiale zu sagen?
3. a) Wieviele Protonen kann ein Molekül Bernsteinsäure abgeben?
b) Wieviele Milliliter Natronlauge der Konzentration c = 0,1 mol/l
werden also nötig sein, um
- 20 ml Bernsteinsäure der Konzentration c = 0,1 mol/l
vollständig zu neutralisieren?
- 20 ml Bernsteinsäure der Konzentration c = 0,1 mol/l
bezüglich der 1. Dissoziationsstufe zu neutralisieren?
- 20 ml Bernsteinsäure der Konzentration c = 0,1 mol/l
bezüglich der 1. Dissoziationsstufe zu halbneutralisieren?
- 20 ml Bernsteinsäure der Konzentration c = 0,05 mol/l
bezüglich der 1. Dissoziationsstufe zu halbneutralisieren?
c) Nach welcher Gleichung läßt sich aus dem bei Aufgabe 7-7 c gemessenen pH-Wert der pKS1 der Bernsteinsäure berechnen (vgl. Frage 6 zum Teil 2)?
4. a) Erläutern Sie anhand des Löslichkeitsverhaltens von KI und I2
in H2O und Cyclohexan die Löslichkeitsunterschiede von Verbindungen in
polaren bzw. unpolaren Lösungsmitteln.
b) Welche Gruppen erhöhen
bzw. erniedrigen die H2O-Löslichkeit organischer Verbindungen?
c) Welche Ergebnisse erwarten Sie bei Aufgabe 7-9?
5. Was verstehen Sie unter Spiegelbildisomerie und unter Diastereomerie?
6. Erläutern Sie an einem Beispiel die Prinzipien der D/L-Nomenklatur.
1. Ordnen Sie Namen und Strukturformel zu für
a) die ersten 6 Glieder der homologen Reihen der
Alkane
Alkene (Isomerien!)
Alkine
b) Benzol, Toluol
c) Pyrrol, Imidazol, Pyridin, Pyrimidin, Indol, Purin,
Thiazol, Tetrahydrofuran, Tetrahydropyran
2. Benennen Sie folgende Verbindungen:




3. Eines der wichtigsten Narkosemittel ist Halothan.

Benennen Sie die Verbindung nach der Genfer Nomenklatur (IUPAC-Nomenklatur).
4. Beschreiben Sie das Säure-Base-Verhalten von Anilin und Imidazol.
Aufgabe 7-1 Acidität von Thiolen
Begriffe/Sachverhalte:
Protolyse von Mercaptanen und Thiophenolen
Im menschlichen Körper auftretende Thiolgruppen haben meist einen
pKS-Wert von ca. 8. Zu wieviel Prozent sind diese Gruppen bei den
pH-Werten 7, 8 und 9 jeweils dissoziiert? Formulieren Sie die
Reaktionsgleichung für die Reaktion von R-SH mit OH-.
Aufgabe 7-2 Verhalten von Thiolgruppen gegenüber
Schwermetallen
Begriffe/Sachverhalte: Mercaptide/Thiophenolate
von Schwermetallen
Mercaptogruppen sind Bestandteil der meisten Enzyme. Schwermetallionen
können bei entsprechend hoher Konzentration diese Enzyme unwirksam machen.
Formulieren Sie die Reaktionsgleichung für die Reaktion von R-SH mit
Hg2+-Ionen.
Aufgabe 7-3 Oxidation von Thiolen
Begriffe/Sachverhalte:
Redoxreaktionen von Mercaptanen zu Disulfiden (reversibles Redoxgleichgewicht)
bzw. zu Sulfonsäuren
a) In biochemisch wichtigen Proteinen (z. B. Insulin) kommen
Disulfidbrücken vor. Formulieren Sie die Redoxteilgleichung für die
Reaktion von R1-SH und R2-SH zur Disulfidverbindung.
Was für ein Reaktionspartner fehlt für den tatsächlichen Ablauf der
Reaktion?
b) Formulieren Sie die Redoxteilgleichung
für die Reaktion von R-SH zur Sulfonsäure.
Demonstrationsversuch des Assistenten
Aufgabe 7-4
Acidität von Ethanol und Phenol
Begriffe/Sachverhalte:
Protolysen, Vergleich von Alkoholen und Phenolen
Achtung! Phenol ist ätzend, Hautkontakt vermeiden!
Der Assistent gibt in 2 Reagenzgläser je 5 ml Wasser, 1 ml Natronlauge
(c = 0,01 mol/l, diese ist vom Assistenten durch Verdünnen von
Natronlauge, c = 0,1 mol/l, herzustellen) und 1 Tropfen
Phenolphthaleinlösung und versetzt dann mit
a) 1 ml einer wäßrigen Lösung von Ethanol (c = 0,1
mol/l),
Beobachtung:
Erklärung:
b) 1 ml einer wäßrigen Lösung von Phenol (c = 0,1
mol/l).
Beobachtung:
Ionengleichung:
Aufgabe 7-5 Das korrespondierende Redoxpaar
Benzochinon/Hydrochinon
Begriffe/Sachverhalte:
Struktur von Benzochinon, Bildung aus Hydrochinon, chinoide Systeme
Teil a
In einem Becherglas wird eine Spatelspitze Hydrochinon in
10 ml Wasser gelöst. Man gibt 5 ml einer gesättigten
NaHCO3-Lösung und einige Tropfen Iod/Iodidlösung hinzu (Lösung
von 0,5 % Iod in Wasser, 5 %ig an KI). Eine Probe (ca. 2 ml) wird entnommen,
mit 1 ml Cyclohexan überschichtet und kräftig geschüttelt.
Beobachtung:
pH-Wert der Lösung (pH-Meter):
Erklärung:
Redoxgleichung:
Teil b
Die Lösung im Becherglas wird mit ca. 20 ml
H2SO4-Lösung (c = 2 mol/l) versetzt.
Eine Probe (ca. 2 ml) wird entnommen, mit 1 ml Cyclohexan überschichtet
und kräftig geschüttelt.
Beobachtung:
Erklärung:
Aufgabe 7-6
Hydrochinon/Chinon/Redoxpotential
Begriffe/Sachverhalte:
Anwendung der Nernstschen Gleichung auf das Redoxpaar Hydrochinon/Chinon,
pH-Abhängigkeit des Redoxpotentials
Wie groß ist das Redoxpotential E des Systems Hydrochinion/Chinon
(QH2/Q) beim pH-Wert 7? Es gilt:
E0(QH2/Q) = +0,70 V und
c(Q) 10
______ = ___
c(QH2) 1
Warum verläuft die Reaktion mit einer
Iod/Iodid-Lösung bei den pH-Werten 7 bzw. 0 in entgegengesetzter
Richtung?
E0(I-/I2) = +0,58 V
Aufgabe 7-7 Acidität organischer Säuren
(Carbonsäuren)
Begriffe/Sachverhalte: Struktur und
Acidität von Carbonsäuren, Mesomerie im Carboxylat-Ion,
Substituenteneinfluß auf pKS-Werte
Teil a
Tragen Sie die Strukturformeln der folgenden
Dicarbonsäuren ein:
| Oxalsäure | Malonsäure | Bernsteinsäure | |
Struktur- formel |
|||
| pH-Wert bei c = 0,05 mol/l |
Teil b
Messen Sie mit Hilfe eines pH-Meters die pH-Werte von
Lösungen der Konzentration c = 0,05 mol/l der o. g. Säuren
(kurzes Reagenzglas). Tragen Sie die Werte in die vorstehende Tabelle
ein.
Teil c
Der pKS1-Wert (1. Dissoziationsstufe)
der Bernsteinsäure ist zu bestimmen. Dazu werden 20 ml Bernsteinsäure
(c = 0,05 mol/l) (Vollpipette) mit NaOH-Lösung (c = 0,1
mol/l) bezüglich der 1. Dissoziationsstufe halbneutralisiert.
Wieviel ml NaOH-Lösung sind dazu nötig?
Anschließend ist der pH-Wert der Lösung mit dem
pH-Meter zu messen.
pH-Wert:
Bernsteinsäure pKS1=
Aufgabe 7-8 Carbonsäuren
Begriffe/Sachverhalte:
Löslichkeit von Carbonsäuren in Wasser
Teil a
1 ml Eisessig (wasserfreie Essigsäure) wird in einem
Reagenzglas tropfenweise - unter leichtem Schütteln - mit ca. 10 - 15 ml
Wasser verdünnt.
Beobachtung: Man erhält stets eine klare (homogene) Lösung. Wasser
und Essigsäure sind in jedem Verhältnis miteinander mischbar.
Teil b
5 ml Seifenlösung werden mit einigen Tropfen HCl-Lösung
(c = 1 mol/l) versetzt.
Beobachtung:
Ionengleichung:
Wie ist die unterschiedliche Löslichkeit der Carbonsäuren in Wasser zu
erklären?
Aufgabe 7-9 Hydroxycarbonsäuren
Begriffe/Sachverhalte:
Erhöhung der Wasserlöslichkeit durch polare Gruppen
Annähernd gleiche Mengen (1 Spatelspitze) der in der Tabelle
aufgeführten Verbindungen werden in je ein Reagenzglas gegeben. Man gibt
dann mit Hilfe einer Meßpipette jeweils soviel Wasser hinzu, daß
bei kräftigem Schütteln gerade Auflösung eintritt. Tragen Sie
die benötigten Wassermengen ein und numerieren Sie in der Reihenfolge
steigender Löslichkeit.
| Bernsteinsäure | Äpfelsäure | Weinsäure | |
Struktur- formel |
|||
| ml H2O |
Erklärung der Versuchsergebnisse:
Aufgabe 7-10 Carboxylate
Begriffe/Sachverhalte: Protolyse beim Lösen von
Alkali-Carboxylaten
5 ml einer Seifenlösung werden mit 1 - 2 Tropfen
Phenolphthaleinlösung versetzt.
Beobachtung:
Erklärung mit Gleichung:
Aufgabe 7-11 Carboxylate
Begriffe/Sachverhalte:
Löslichkeit der Calciumsalze organischer Säuren
Teil a
5 ml einer Natriumacetatlösung werden mit einigen
Tropfen CaCl2-Lösung (c = 0,2 mol/l) versetzt.
Beobachtung:
Teil b
Zu 5 ml einer Seifenlösung werden einige Tropfen
CaCl2-Lösung (c = 0,2 mol/l) gegeben.
Beobachtung:
Ionengleichung:
Erklärung:
Teil c
5 ml einer gesättigten CaSO4-Lösung werden mit einigen
Tropfen Ammoniumoxalatlösung (c = 0,5 mol/l) versetzt.
Beobachtung:
Ionengleichung:
Erklärung:
Aufgabe 7-12 Isomerie
Begriffe/Sachverhalte: Konformere, cis/trans-Isomere
Tragen Sie die Strukturformeln der folgenden Verbindungen ein und bauen Sie
die Molekülmodelle.
| Bernsteinsäure | Ethen | Maleinsäure | Fumarsäure |
Von welcher Verbindung existieren verschiedene Konformere
(Skizze)?
Bei welchem Verbindungspaar zeigt sich cis/trans-Isomerie?
Kennzeichnen Sie in beiden Verbindungen die C-Atome, die jeweils in einer
Ebene liegen.
Aufgabe 7-13 Stereoisomere (Modellbaukasten)
Begriffe/Sachverhalte: Das asymmetrische C-Atom,
Chiralität, D/L-Nomenklatur
Teil a
Milchsäure (
-Hydroxypropionsäure)
kennen wir in zwei enantiomeren Formen (Bild und Spiegelbild). Ihre Konstitutionsformeln
werden üblicherweise so geschrieben, daß die C-Kette senkrecht steht
- mit der höchsten Oxidationsstufe oben.

Aus diesen sogenannten Projektionsformeln - entstanden durch Projektion auf die Papierebene - geht die räumliche Lage der Substituenten an C2 durch folgende Regeln hervor:
1) C2 liegt in der Schreibebene
2) die beiden C-Substituenten (hier C1 und C3) liegen hinter der Schreibebene
3) die übrigen beiden Substituenten (hier H und OH) liegen vor der Schreibebene
Man kan diese räumlichen Verhältnisse durch folgende Formelschreibweise deutlich machen:

Die beiden Moleküle verhalten sich wie Bild und Spiegelbild zueinander. Sie können durch Drehung nicht zur Deckung gebracht werden.
Bauen Sie die Modelle der beiden Enantiomere und ordnen Sie ihnen die Bezeichnung D-Form bzw. L-Form zu.
Teil b
Bauen Sie zwei Modelle des folgenden Typs (mit selbstgewählten Substituenten):

Handelt es sich um Enantiomere?
Begründung:
Aufgabe 7-14 Stereoisomerie
Begriffe/Sachverhalte:
Enantiomere und Diastereomere, meso-Form
Wieviel Stereoisomere mit 2 Chiralitätszentren sind in den beiden
folgenden Fällen denkbar?
1) Die beiden asymmetrischen C-Atome sind verschieden substituiert.
Antwort (mit Begründung):
2) Die beiden asymmetrischen C-Atome sind identisch substituiert
(z. B. Weinsäure).
Antwort (mit Begründung):
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