Energetik und Kinetik
Gegenstandskatalog (4. Aufl. 2001):
9 (Grundlagen der Thermodynamik und Kinetik)
Lehrbuch: Kapitel 9 und 10
Aufgaben: 5-1 bis 5-8
1. Wie sind die folgenden Begriffe definiert:
a) abgeschlossenes (isoliertes) System,
b) geschlossenes System,
c) offenes System?
Nennen Sie jeweils ein selbstgewähltes Beispiel.
2. Geben Sie Symbol und Definition der folgenden Begriffe an:
a) freie Reaktionsenthalpie,
b) Reaktionsenthalpie,
c) Reaktionsentropie.
Welche Bedeutung hat es jeweils, wenn der Wert dieser
Größen negativ ist?
3. Was besagt die Gibbs-Helmholtz-Gleichung?
4. Welche Bedeutung haben die folgenden Gleichungen?
a)
G0 = -RT ln K
Was bedeutet es, wenn
G0 größer, kleiner oder gleich Null ist?
Liegt bei der Reaktion
X
Y im Gleichgewicht jeweils mehr X oder mehr Y vor?
Was bedeutet es dagegen, wenn
G
größer, kleiner oder gleich Null ist? In welcher Richtung läuft jeweils
die Reaktion X
Y ab?
b)
G = -nF
E
Geben Sie ein selbstgewähltes Rechenbeispiel.
Benutzen Sie dafür Werte für E0 aus
der Tabelle der Frage 2 des Fragenkatalogs zum Teil 3. Was bedeutet es für
G,
wenn
E
größer oder kleiner als Null ist?
5. Was versteht man unter den folgenden Begriffen:
a) Lösungswärme,
b) Schmelzwärme?
6. Was verstehen Sie unter Reaktionen 0., 1. und 2. Ordnung (Beispiele)?
7. Was verstehen Sie unter Aktivierungsenthalpie?
8. Erläutern Sie die Wirkungsweise eines
Katalysators.
1. Von welchen Faktoren wird die Adsorption an festen Oberflächen beeinflußt?
2. Welche Trennverfahren für Stoffgemische beruhen auf
a) Dampfdruckunterschieden,
b) Löslichkeitsunterschieden,
c) unterschiedlichen Verteilungskoeffizienten?
3. Erläutern Sie an Beispielen die Begriffe homogen, heterogen,
Suspension, Emulsion, Aerosol.
4. Erklären Sie das Zustandekommen von Gefrierpunktserniedrigung und
Siedepunktserhöhung.
5. Erläutern Sie die Wirkungsweise eines Ionenaustauschers.
6. Formulieren Sie je eine Gleichung für die Bildung von primärem,
sekundärem und tertiärem Calciumphosphat.
Wie unterscheiden sie
sich hinsichtlich ihrer Löslichkeit in Wasser?
Aufgabe 5-1 Freie Enthalpie
Begriffe/Sachverhalte:
Enthalpie, Entropie, Freie Enthalpie, Reaktionsenthalpie
Teil a (vgl. auch Lehrbuch Abb. 9-6 und 9-8)
Für die reversible Reaktion A + B
C + D
ist das Energiediagramm zu zeichnen. Vorgegeben ist:
GA + B > GC + D
Teil b
Welche der beiden Reaktionen hat die größere Triebkraft und
warum?
Teil c
Erläutern Sie die Tatsache,
daß die freie Enthalpie (G) einer reversiblen Reaktion am
Gleichgewichtspunkt ein Minimum hat.
Aufgabe 5-2 Freie Enthalpie
Begriffe/Sachverhalte:
Änderung der Freien Enthalpie bei Änderung der Konzentration
Berechnen Sie die Arbeit, die ungefähr nötig ist, um bei 37 °C
H+-Ionen aus dem Blut (c1) in den Magensaft (c2) zu
sekretieren.
c2G = RT ln ____ R = 8,31 J/K·mol
c1
Aufgabe 5-3 Gibbs-Helmholtzsche Gleichung
Begriffe/Sachverhalte:
G,
H und
S
bei Auflösung von Salzen in Wasser, exotherm/endotherm,
exergon/endergon
Führen Sie die folgenden Versuche durch und erläutern Sie die
Beobachtungen anhand der Gleichung
G =
H -
T
S
(Gibbs-Helmholtzsche Gleichung)
Welche Angaben kann man jeweils über das Vorzeichen von
G,
H und
S
machen?
| a) Becherglas (100 ml) + H2O (1/5 voll) | T = | °C |
| + ca. 1 g (Spatel) NaCl | T = | °C |
| b) Becherglas (100 ml) + H2O (1/5 voll) | T = | °C |
| + gleiches Vol. CaCl2 (wasserfrei) | T = | °C |
| c) Becherglas (100 ml) + H2O (1/5 voll) | T = | °C |
| + 3faches Vol. CaCl2·6H2O | T = | °C |
Erklären Sie kurz die bei den Teilen a-c gemachten Beobachtungen:
Aufgabe 5-4
Energetik von Lösungsvorgängen, Schmelzwärme von Eis
Begriffe/Sachverhalte: Gitterenergie,
Hydratationsenergie, Schmelzwärme, Freie Enthalpie, Enthalpie, Entropie,
Gibbs-Helmholtz-Gleichung, exergon/endergon, exotherm/endotherm
Teil a
Gleiche Mengen (jeweils ca. 20 g) NaCl und Eis werden in
einem 100 ml-Becherglas miteinander verrührt.
Beobachtung:
Temperatur des Gemisches:
Vergleichen Sie das Ergebnis mit dem von Aufg. 5-3a. Welche
Aussagen lassen sich über
G,
H und
T
S
des abgelaufenen Vorganges machen?
Wofür wurde die Wärme verbraucht, die der Umgebung entzogen
wurde?
Teil b
Messen Sie in einem Meßzylinder 100 ml H2O ab,
geben Sie sie in ein 250 ml-Becherglas und
messen Sie die Temperatur.
T1 = °C
Fügen Sie eine ca. gleiche Menge Eis hinzu und rühren Sie um,
bis sich eine Temp. von ca. 0 °C eingestellt hat
(1 - 2 min). Aus dem entstandenen
Eis/Wasser-Gemisch gießen Sie dann unverzüglich die flüssige
Phase in den Meßzylinder, um zu bestimmen, wieviel Gramm Eis geschmolzen
sind. Gehen Sie davon aus, daß 1 ml entstandenes H2O 1 g geschmolzenem
Eis entspricht und daß 1 cal diejenige Wärmemenge ist, die
aufgebracht werden muß, um die Temperatur von 1 g H2O um 1 °C zu
ändern.
Die flüssige Phase betrug ml.
Es sind also wieviel g Eis geschmolzen?
Bei der Abkühlung von 100 ml H2O von
T1 = °C auf
0 °C wurden wieviel cal frei?
Wofür wurde diese Wärmemenge verbraucht?
Wie groß ist also die Schmelzwärme des Eises in cal/g, cal/mol,
kcal/mol, J/mol und kJ/mol?
Literaturwert:
Aufgabe 5-5: Katalyse / H2O2-Zerfall
Beriffe/Sachverhalte:
Reaktionsgeschwindigkeit, Aktivierungsenergie, Katalyse
In drei Reagenzgläser werden je 1 ml H2O2-Lösung
(3 %, c = 30 g/l) gegeben.
Folgende Katalysatoren werden hinzugefügt:
a) 1 Tropfen (etwa 0,05 ml) FeCl3-Lösung (1 %, c = 10 g/l)
Beobachtung:
b) 1 kleine Spatelspitze Blutkohle (50 mg Blutkohle enthalten etwa 0,1 mg
Eisen)
Beobachtung:
c) 1 Tropfen Blut (enthält etwa
3·10-3 mg Katalase mit einem Eisengehalt von 0,1 %)
Beobachtung:
Reaktionsgleichung:
Vergleichen Sie die Sauerstoffentwicklung der einzelnen Proben.
Aufgabe 5-6 Die Reaktionsgeschwindigkeit als Funktion der Temperatur
(H2-Entwicklung aus Zink und Salzsäure)
Gruppenversuch für 4 Praktikanten
Begriffe/Sachverhalte: Temperaturabhängigkeit
der Reaktionsgeschwindigkeit
Für die Gasvolumen-Messung wird ein mit 2 Markierungen (5 ml und 15
ml) versehenes Reagenzglas (B, s. Abb.) benutzt. 10 ml HCl (c = 6
mol/l, hergestellt vom Assistenten durch Mischen von konzentrierter HCl
und Wasser im Verhältnis 1:1) werden in das an einem Stativ befestigte
Reagenzglas A gegeben. Durch
vorsichtiges Erwärmen wird das Wasserbad auf die gewünschte
Temperatur (Thermometer) gebracht. Man wartet ca. 2 Minuten, damit zwischen dem
Wasserbad und dem Reaktionsgefäß Temperaturausgleich stattfinden
kann. Dann wird ein zylindrisches Zinkstück mit definierter
Oberflächengröße, das zuvor ca. 1 min in das Wasserbad getaucht
wurde, in das Reagenzglas A geworfen (der Zylindermantel und eine der beiden
Kreisflächen ist durch einen Paraffinüberzug vor dem Angriff der
Säure geschützt; auch bei fortschreitender Reaktion bleibt so die
Größe der kreisförmigen blanken Reaktionsfläche konstant).
Man verschließt A mit einem einfachdurchbohrten Stopfen, durch den ein
Glasrohr führt und fängt den entstehenden Wasserstoff im markierten
Reagenzglas B auf. Sobald die 5 ml Marke erreicht ist, beginnt die Messung. Es
wird die Zeit (in Sekunden) bestimmt, die notwendig ist, um 10 ml H2 (bis zur
15 ml Marke) zu entwickeln.
Es werden 3 Messungen durchgeführt und zwar
bei 20 °C, 30 °C, 40 °C. Die Temperatur kann geringfügig von diesen
Werten abweichen. Sie muß jedoch während der Messung konstant
bleiben und bei der Auswertung berücksichtigt werden.

Abbildung
Versuchsergebnis:
| 10 ml H2-Entwicklung benötigen bei | |||||
| Messung 1 | Messung 2 | Messung 3 | |||
| t ( °C) | |||||
| Zeit (s) | |||||
| Reaktionsgeschwindigkeit (ml/min) |
|||||
Auswertung:
1.) In einer graphischen Darstellung (Millimeterpapier) wird die Reaktionsgeschwindigkeit v (ml/min) gegen die Temperatur t (°C) aufgetragen.
2.) Wie groß ist die Reaktionsgeschwindigkeit bei 37 °C (s.
Kurve)
a) in ml/min? b) in mmol/min? c) in mg/min?
Aufgabe 5-7 Bestimmung von Reaktionsordnung und
Reaktionsgeschwindigkeitskonstante bei vorgegebenen
Meßwerten
Begriffe/Sachverhalte: Reaktionen nullter, erster
und zweiter Ordnung, Reaktionsgeschwindigkeitskonstante, Halbwertszeit
Wir betrachten den Zerfall von 3 verschiedenen Substanzen A, B, und C in je
einem Liter einer wäßrigen Lösung. Das Gleichgewicht der
Zerfallsreaktion soll dabei weit auf der Seite der Zerfallsprodukte
liegen.
Es wurde jeweils eine Lösung mit c1 = 1 mol/l und
c2 = 0,1 mol/l hergestellt und die Zeit t1/2 bestimmt, nach der
die Konzentration auf die Hälfte abgesunken war (diese Zeit nennt man
Halbwertszeit).
Mit Hilfe der folgenden Tabelle der Meßergebnisse
(in Sekunden) ist jeweils die Reaktionsordnung und die
Reaktionsgeschwindigkeitskonstante k zu ermitteln.
| Anfangskonzentration | Halbwertszeit für den Zerfall von | |||
| A | B | C | ||
| 1 mol/l | 10 sec | 10 sec | 10 sec | |
| 0,1 mol/l | 10 sec | 100 sec | 1 sec | |
| Reaktions- ordnung: |
||||
| k: | ||||
Erläutern Sie im Prinzip den Lösungsweg:
Aufgabe 5-8 Reaktionsordnung
Begriffe/Sachverhalte:
Reaktionsordnung/Halbwertszeit
Der monomolekulare Zerfall einer Molekel AB verlaufe nach einem Zeitgesetz
1. Ordnung.
AB
A + B
Die Konzentration des Stoffes AB beträgt zu Beginn der Reaktion 1 mol/l und
ist nach 2 Stunden auf 0,1 mol/l gesunken.
a) Wie groß ist die Geschwindigkeitskonstante?
b) Wie groß ist die Halbwertszeit?
c) Wie groß war die Konzentration (mol/l) von AB
nach 30 min?
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