Säuren und Basen
Gegenstandskatalog (4. Aufl. 2001):
3.3 (Säure/Base-Reaktionen)
Lehrbuch: Kapitel 6
Aufgaben: 2-1 bis 2-11
1. Erklären Sie die Begriffe Brönsted-Säure, Brönsted-Base
und korrespondierendes Säure-Base-Paar am Beispiel:
CH3COOH + H2O
CH3COO- + H3O+
2. a) Wie sind pH und pOH definiert?
b) Erläutern Sie den Begriff "Ionenprodukt des Wassers".
c) Welcher Zusammenhang besteht zwischen pH und pOH?
d) Zeigen Sie, wie man c(H+),
c(OH-), pH und pOH von HCl bzw. NaOH der folgenden
Konzentrationen berechnet: c = 1 mol/l, c = 0,1 mol/l,
c = 10-3 mol/l.
3. a) Nach welchen Rechenregeln läßt sich die Gleichung zur
Berechnung der c(H+) einwertiger schwacher Säuren in
eine Formel zur Berechnung des pH-Wertes umformen?
_______________ c(H+) = \/ KS · c0(Säure)
b) Essigsäure hat einen pKS = 4,8. Berechnen Sie den pH-Wert
von Essigsäure für die folgenden Konzentrationswerte: c = 1
mol/l, c = 0,1 mol/l, c = 10-2 mol/l.
c) Das Ammonium-Ion (NH4+) hat einen pKS = 9,2. Berechnen Sie den
pH-Wert einer Ammoniumchlorid-Lösung (NH4Cl) der Konzentration c =
10-2 mol/l.
4. Warum erwarten Sie für wäßrige Lösungen von Natriumchlorid (NaCl) und Natriumacetat (CH3COONa) unterschiedliche pH-Werte?
5. a) Was verstehen Sie unter einer gepufferten Lösung?
b) Wie funktioniert ein Puffer? (z. B. Essigsäure/Acetat,
H2PO4-/HPO42-)
6. Leiten Sie die Puffergleichung aus dem MWG für die folgende
Dissoziationsgleichung ab:
HA
H+ + A-
Zeigen Sie anhand der Puffergleichung, daß sich der pKS-Wert durch pH-Messung am Halbneutralisationspunkt bestimmen läßt.
1. Was sind stabile bzw. instabile Isotope?
2. Erklären Sie den Atombau des Sauerstoffs.
3. Erklären Sie anhand des Orbitalmodells, warum das Wassermolekül
gewinkelt sein muß.
Warum hat das Wasser einen vergleichsweise hohen Siedepunkt?
Welche Vorgänge spielen sich beim Lösen von Salzen in
Wasser ab?
4. Wie verändern sich folgende Eigenschaften der Elemente bzw. deren
Verbindungen innerhalb einer Gruppe und einer Periode?
a) Elektronegativität
b) Polarität der Atombindungen
c) Acidität der Element-Wasserstoff-Verbindungen (4. bis 7.
Hauptgruppe)
d) Basizität und Acidität der Verbindungen aus den
Oxiden der Elemente mit Wasser
5. a) 30 ml H2SO4 (c = 0,1 mol/l) werden zu 50 ml NaOH (c = 0,1
mol/l) gegeben.
Wie reagiert die Lösung?
b) 3,0 ml H2SO4 (c =
0,5 mol/l) werden zu 50 ml NaOH (c = 0,1 mol/l) gegeben.
Wie reagiert die Lösung?
c) Wieviel mg Wasser werden jeweils gebildet?
6. Welche Arten von Spektren kennen Sie und welche Vorgänge liegen ihnen zugrunde? Nennen Sie Anwendungsbeispiele.
7. Was ist Photometrie?
Welche Gesetzmäßigkeit liegt dieser Methode zugrunde?
Wie kann man diese Methode zu quantitativen Bestimmungen benutzen?
Warum läßt sich das Lambert-Beersche Gesetz auf die
Verbindung Fe(SCN)3 nicht anwenden (vgl. Aufgabe 1-5)?
Aufgabe 2-1 Protolysevorgänge im System Ammoniak / Wasser
Begriffe/Sachverhalte: Dissoziation/Protolyse von
Säuren, Oxonium-Ion/Hydroxonium-Ion, Base/Lauge
Eine Spatelspitze Ammoniumchlorid (NH4Cl) und einige
Kaliumhydroxid-Plätzchen (KOH) werden in einem Becherglas mit einigen
Tropfen Wasser angefeuchtet. Das Becherglas wird mit einem Uhrglas bedeckt, an
dessen Unterseite ein Streifen feuchtes Indikatorpapier haftet (die
Feuchtigkeit des Streifens sorgt für hinreichende Adhäsion). Nach
einiger Zeit ändert sich die Farbe des Indikatorpapiers. Nach Entfernen
des Uhrglases kann der charakteristische Geruch von Ammoniak (NH3) wahrgenommen
werden.
Farbumschlag des Indikatorpapiers und dessen Erklärung:
Gleichungen:
Reaktion am Boden des Gefäßes:
Reaktion an der Uhrglas-Unterseite:
Aufgabe 2-2 Verdünnungsreihe
Gruppenversuch für 4 Praktikanten
Begriffe/Sachverhalte: Verdünnung von
Lösungen/Konzentrationsänderungen
Die folgenden 4 Lösungen sind herzustellen (Meßkolben):
1) Salzsäure (c = 0,001 mol/l)
2) Natronlauge (c = 0,001 mol/l)
3) Essigsäure (c = 0,1 mol/l)
4) Essigsäure (c = 0,01 mol/l)
Jeweils eine der 4 Lösungen soll von 2 Praktikanten hergestellt werden.
(Die Lösungen werden für die
Aufgaben 2-3, 2-4 und 2-7 benötigt.)
zu 1) Salzsäure (c = 10-3 mol/l) aus
Salzsäure (c = 10-1 mol/l)
Lassen Sie aus einer Bürette 1 ml Salzsäure (HCl) (c
= 10-1 mol/l) in einen Meßkolben fließen und füllen
Sie mit dest. Wasser bis zur 100 ml-Marke auf.
zu 2) Natronlauge (c = 10-3 mol/l) aus
Natronlauge (c = 10-1 mol/l)
Stellen Sie Natronlauge (c = 10-3 mol/l) aus
Natronlauge (c = 10-1 mol/l) analog her.
zu 3) Essigsäure (c = 10-1 mol/l) aus Essigsäure
(c = 1 mol/l)
10 ml Essigsäure (c = 1 mol/l) werden auf
100 ml verdünnt (Meßkolben, Pipette).
(Diese Lösung muß zweimal hergestellt werden)
zu 4) Essigsäure (c = 10-2 mol/l) aus
Essigsäure (c = 10-1 mol/l)
10 ml der hergestellten Essigsäure (c = 10-1
mol/l) werden auf 100 ml verdünnt.
Aufgabe 2-3 pH-Werte von starken Elektrolyten
Begriffe/Sachverhalte: starke Elektrolyte, pH-Werte, pH-Meter
Füllen Sie jeweils 5 ml der in der Tabelle genannten Lösungen in
ein Reagenzglas und messen Sie den pH-Wert (pH-Meter).
| pH-Wert | ||
| a) dest. H2O b) HCl (c = 0,1 mol/l) c) HCl (c = 0,001 mol/l) d) NaOH (c = 0,001 mol/l) |
gemessen | berechnet |
Aufgabe 2-4 pH-Wert/Verdünnung einer schwachen Säure
Begriffe/Sachverhalte: schwache Elektrolyte, pH,
pH-Änderung bei Verdünnung
Messen und berechnen Sie die pH-Werte folgender
Essigsäure-Lösungen (CH3COOH) (Reagenzglas, pH-Meter):
| pH-Wert | ||
| a) CH3COOH (c = 1 mol/l) b) CH3COOH (c = 0,1 mol/l) c) CH3COOH (c = 0,01 mol/l) |
gemessen | berechnet |
Aufgabe 2-5 Hydrolyse
Begriffe/Sachverhalte: Kationsäuren, Anionbasen, Hydrolyse,
Verdünnung/Dissoziationsgrad/pH-Änderung
Messen Sie die pH-Werte folgender Lösungen (pH-Meter):
| pH-Wert | |
| a) H2O b) H2O + NaCl (Natriumchlorid/Kochsalz) c) H2O + KNO3 (Kaliumnitrat) d) H2O + CH3COONa (Natriumacetat) e) H2O + Na2CO3 (Natriumcarbonat) f) H2O + NaHCO3 (Natriumhydrogencarbonat) g) H2O + Na2HPO4 (di-Natriumhydrogenphosphat) h) H2O + NH4Cl (Ammoniumchlorid) |
Erklärungen (mit Gleichungen):
Aufgabe 2-6 Bestimmung der Dissoziationskonstanten der Essigsäure
Begriffe/Sachverhalte: Dissoziationskonstante,
Aciditätskonstante/Basenkonstante, pKS, pKB
Geben Sie 20 ml einer vom Assistenten ausgegebenen Essigsäure mittels
Vollpipette in einen Titrierkolben (Erlenmeyerkolben) und titrieren Sie nach
Zusatz von ca. 3 Tropfen Phenolphthaleinlösung (Indikator) mit
Natronlauge (c = 0,1 mol/l) bis zur (ersten bleibenden) Rotfärbung
(Äquivalenzpunkt). Versetzen Sie dann eine zweite Probe von 20 ml der
Essigsäure mit Natronlauge der Konzentration 0,1 mol/l und zwar mit der
Hälfte des Volumens, das bis zur Erreichung des Äquivalenzpunktes der
ersten Essigsäureprobe benötigt wurde (Halbneutralisation); mischen
Sie dann gut durch. Aus dem pH-Wert dieser Lösung (pH-Meter) sind der
KS-Wert und der pKS-Wert zu berechnen. Vergleichen Sie die
Ergebnisse mit dem angegebenen Literaturwert (pKS (Essigsäure) =
4,75).
Bei der Titration verbrauchte NaOH (c = 0,1 mol/l): ml
Hälfte der verbrauchten Menge an NaOH: ml
pH-Wert (gemessen):
pKS-Wert:
KS-Wert:
Aufgabe 2-7 Titrationskurve der Essigsäure
Gruppenversuch für 4 Praktikanten
Begriffe/Sachverhalte: Titrationskurve,
Neutralpunkt, Halbneutralisationspunkt, Äquivalenzpunkt, pKS
Pipettieren Sie 2 x 20 ml Essigsäure (c = 0,1 mol/l) mit einer
Vollpipette in ein 250 ml-Becherglas und setzen Sie aus einer Bürette
schrittweise die in untenstehender Tabelle angegebenen Mengen
Natronlauge (c = 0,1 mol/l) zu. Nach jeder Zugabe wird umgeschwenkt
und der pH-Wert mit einem pH-Meter bestimmt.
| ml NaOH-Zugabe (Gesamtmenge) |
Neutralisationsgrad (%) | pH-Wert |
| 0 4 8 |
0 % | |
| 12 16 20 |
||
| 24 28 32 |
||
| 36 39,6 40,0 |
100 % |
|
| 40,4 44 48 |
Tragen Sie in einem Diagramm (Millimeterpapier) den pH-Wert (y-Achse) gegen den
Neutralisationsgrad (x-Achse) auf, und kennzeichnen Sie den Neutralpunkt,
den Halbneutralisationspunkt und den Äquivalenzpunkt. Ermitteln Sie den
pKS-Wert der Essigsäure.
Aufgabe 2-8 Pufferwirkung
Begriffe/Sachverhalte: Acetatpuffer, Puffergleichung, Pufferbereich
Füllen Sie zwei Reagenzgläser mit je 10 ml Leitungswasser.
Stellen Sie eine Pufferlösung her, indem Sie 10 ml Essigsäure
(c = 1 mol/l) und 10 ml Natriumacetatlösung (c = 1 mol/l) in
einem Becherglas mischen. Verteilen Sie die Pufferlösung auf 2 kurze
Reagenzgläser und bestimmen Sie die pH-Werte aller vier
Lösungen.
Versetzen Sie nun eine der Wasserproben und eine der
Pufferlösungen mit je 1 Tropfen Salzsäure
(c = 1 mol/l) und
messen Sie erneut die pH-Werte. Prüfen Sie in der Pufferlösung, ob
weitere tropfenweise Zugabe von Salzsäure den pH-Wert
ändert.
Wiederholen Sie den Versuch mit den anderen beiden Reagenzgläsern
durch Zugabe von 1 Tropfen Natronlauge (c = 1 mol/l) zum reinen Wasser
bzw. zur Pufferlösung.
| pH-Werte | pH-Werte nach Zugabe von je einem Tropfen | |
| ohne Säure- oder Basezusatz | HCl (c = 1 mol/l) | NaOH (c = 1 mol/l) |
| H2O Puffer |
||
Erklärung (mit Gleichungen):
Aufgabe 2-9 Aufnahme einer Pufferungskurve
Gruppenversuch für 4 Praktikanten
Begriffe/Sachverhalte:
Phosphatpuffer/Pufferungskurve, pH/pKS
Es werden acht Mischungen aus Kaliumdihydrogenphosphat (KH2PO4) und
di-Natriumhydrogenphosphat (Na2HPO4) hergestellt, indem jeweils die
unten angegebenen Mengen KH2PO4- bzw. Na2HPO4-Lösung (Konzentration
jeweils 0,1 mol/l) aus 2 Büretten in kurze Reagenzgläser
abgefüllt werden. Die pH-Werte werden mit einem pH-Meter bestimmt. Die
Herstellung der Lösungen und Messung der pH-Werte wird alternierend von 2
Zweiergruppen durchgeführt, so daß jede Zweiergruppe 4 Lösungen
herstellt und untersucht.
| 2er-Gruppe Nummer |
KH2PO4 (c = 0,1 mol/l) |
Na2HPO4 (c = 0,1 mol/l) |
HPO42- (in %) |
pH-Wert (gemessen) |
| 1 2 1 2 1 2 1 2 |
0 ml 1 ml 2 ml 4 ml 6 ml 8 ml 9 ml 10 ml |
10 ml 9 ml 8 ml 6 ml 4 ml 2 ml 1 ml 0 ml |
100 90 80 60 40 20 10 0 |
In einer graphischen Darstellung (Millimeterpapier) wird der pH-Wert gegen
HPO42- (in %) aufgetragen (Pufferungskurve, Pufferdiagramm).
Aus der Zeichnung ist der pKS-Wert zu bestimmen.
pKS =
Demonstrationsversuch des Assistenten
Aufgabe 2-10 Reaktionen von CO2 in wäßriger Lösung
Nachweis von CO2 in der Atemluft
Begriffe/Sachverhalte:
Kohlensäureanhydrid/Reaktion mit Wasser, Protolyse der Kohlensäure,
Carbonat-Nachweis
Teil a
Der Assistent bläst durch einen Strohhalm Atemluft in
ein zur Hälfte mit Barytwasser (wäßrige Lösung von
Ba(OH)2, 5%) gefülltes Reagenzglas. Es entsteht ein weißer
Niederschlag.
Ionengleichung 1: CO2 + 2 OH-
+ H2O (Ergänzen Sie)
Ionengleichung 2: Ba2+
(Ergänzen Sie)
Teil b
Der Assistent kocht 5 ml dest.
Wasser kurz auf, um gelöstes CO2 zu entfernen. Das Wasser wird
gekühlt, indem das Reagenzglas in den Strahl der Wasserleitung gehalten
wird, mit 2 Tropfen Phenolphthaleinlösung und einem Tropfen NaOH
(c = 0,1 mol/l) versetzt, so daß die Lösung schwach rosa
gefärbt ist. Der Assistent bläst nun mittels Strohhalm Atemluft ein.
Die Lösung wird entfärbt.
Begründung:
Teil c
Carbonat-Nachweis:
In einem Reagenzglas werden 5 ml Sodalösung (Na2CO3, 10%) mit
Salzsäure (HCl, c = 1 mol/l) angesäuert. Eine heftige
Gasentwicklung ist zu beobachten. In den Gasraum des Reagenzglases wird ein
Glasstab gehalten, der zuvor in Barytwasser getaucht wurde. (Der Glasstab darf
die Reagenzglaswand nicht berühren!) Das aus der Lösung entweichende
Kohlendioxid trübt den am Glasstab hängenden Barytwassertropfen unter
Bildung von BaCO3.
Ionengleichung 1 (Gasentwicklung):
Ionengleichung 2 und 3:
(Bildung von BaCO3)
Aufgabe 2-11 Das Gleichgewicht zwischen Carbonat und
Hydrogencarbonat
Begriffe/Sachverhalte: Protolysegleichgewichte
Carbonat/Hydrogencarbonat, Reaktion von Carbonat mit CO2 und Wasser
Calciumcarbonat (CaCO3) ist schwer löslich, Calciumhydrogencarbonat
(Ca(HCO3)2) ist etwas leichter löslich.
Teil a
In 2 ml einer gesättigten Calciumhydroxid
(Ca(OH)2)-Lösung (c = 0,17 %)
wird durch einen Strohhalm Atemluft eingeblasen. Es entsteht zunächst eine
Fällung von CaCO3 (weiß).
CO2 + 2 OH-
(Ergänzen Sie)
Ca2+ +
(Ergänzen Sie)
Teil b
Nach weiterem Einblasen löst sich der
Niederschlag langsam wieder auf, da das besser lösliche
Calciumhydrogencarbonat gebildet wird.
Ionengleichung:
Teil c
Die Lösung wird erhitzt. Nach einiger Zeit tritt eine
Trübung durch ausfallendes CaCO3 auf.
Ionengleichung:
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