Kohlenhydrate, Phosphorverbindungen
Gegenstandskatalog (4. Aufl. 2001):
3.9.3 (Phosphorsäureester), 4 (Kohlenhydrate)
Lehrbuch: Kapitel 25, 26
Aufgaben 10-1 bis 10-10
1. Welche Eigenschaften zeigen Monosaccharide in bezug auf:
a) Löslichkeit,
b) Redoxverhalten,
c) Optische Aktivität,
d) Cyclo-Oxo-Tautomerie?
Erklären Sie in diesem Zusammenhang die Begriffe optische Aktivität und Cyclo-Oxo-Tautomerie.
Geben Sie an, warum sich Monosaccharide so verhalten.
2. Erläutern Sie kurz die Einteilungsprinzipien (mit Beispielen)
für:
a) Monosaccharide
b) Disaccharide (Verknüpfungsarten und
deren Auswirkung auf das Redoxverhalten).
Was bedeutet es, wenn man bei einem Disaccharid von
- bzw.
-Form spricht?
3. a) Welche wichtigen Polysaccharide kennen Sie und welche Eigenschaften besitzen diese?
b) Stärke und Cellulose haben sehr unterschiedliche Eigenschaften, obwohl beide aus Glucose-Bausteinen aufgebaut sind. In welchen Eigenschaften unterscheiden sich beide Polysaccharide und wie läßt sich das erklären? Zeichnen Sie zur Verdeutlichung jeweils einen Ausschnitt aus einem Stärke- bzw. Cellulose-Molekül.
c) Erklären Sie kurz die Begriffe glycosidische OH-Gruppe, alkoholische
OH-Gruppe,
-Form,
-Form, 1,2-, 1,4-,
1,6-Verknüpfung.
4. Was ist Fehlingsche Lösung und wozu wird sie benutzt?
1. Ein Gemisch aus AgCl und AgI wird mit einer 5%igen Ammoniak-Lösung
versetzt. Was geschieht (MWG, Dissoziation der Komplexe,
Löslichkeit)?
2. Welchen Aufbau besitzen Proteine?
3. Es sind die drei Aminosäuren
-Alanin, L-Asparaginsäure
(2-Aminobernsteinsäure) und L-Histidin zu untersuchen.
a) Wie sehen die Strukturformeln der Verbindungen aus (Zwitterionen)?
b) Ordnen Sie jeder Aminosäure eine der nachstehenden
pKS-Wert-Serien zu und geben Sie
außerdem an, welche pKS-Werte den einzelnen
funktionellen Gruppen zuzuordnen sind:
| Aminosäure | pKS1 | pKS2 | pKS3 |
| A | 1,9 | 3,7 | 9,6 |
| B | 1,8 | 6,0 | 9,3 |
| C | 3,6 | 10,2 |
c) Welchen Ladungszustand besitzen die Aminosäuren bei pH = 6,9 und zu welcher Elektrode würden sie unter dieser Voraussetzung bei der Elektrophorese wandern?
4. Welche Zusammenhänge bestehen zwischen Basizität sowie Zähnigkeit der Liganden und der Stabilität von Komplexen?
5. Erläutern Sie das Prinzip der Elektrophorese.
6. Erläutern Sie den Begriff Oxo-Cyclo-Tautomerie am Beispiel der D-Glucose.
7. a) Welche Formel hat das Methylglycosid der
-D-Fructofuranose?
b) Wie ist Stärke und wie ist Cellulose aufgebaut?
c) Welche Produkte entstehen bei der Hydrolyse der unter a) bzw. b) genannten
Verbindungen?
8. Sie lösen in 1 l HCl-Lösung (c = 2 mol/l) 1 mol Histidin und titrieren 100 ml dieser Lösung mit NaOH-Lösung (c = 1 mol/l).

a) Ermitteln Sie aus der Kurve die pKS-Werte und ordnen
Sie diese den funktionellen Gruppen der Aminosäure zu.
b) Erklären Sie die Puffereigenschaften des Histidins.
c) In welcher Form liegt die Aminosäure nach Zugabe von 100, 200 und 300 ml
NaOH-Lösung (c = 1 mol/l) vor?
d) Wie kann der pH-Wert, der sich nach Zugabe von
100 bzw. 200 ml NaOH-Lösung (c = 1 mol/l) in der Lösung
einstellt, berechnet werden?
e) Bestimmen Sie den isoelektrischen Punkt.
9. Zeichnen Sie die Formel von Rohrzucker an die Tafel und erklären Sie,
welche Eigenschaften Rohrzucker besitzt.
a) Läßt sich Rohrzucker
mit Fehlingscher Lösung oxidieren?
b) Unter welchen Bedingungen
läßt sich Rohrzucker hydrolysieren und was entsteht dabei?
c) Ist Rohrzucker-Lösung optisch aktiv?
d) Welche Löslichkeit besitzt Rohrzucker?
10. Formulieren Sie die Spaltung der D-Fructose in D-Glycerinaldehyd (2,3-Dihydroxy-propanal) und Dihydroxyaceton (1,3-Dihydroxy-propanon-2).
Aufgabe 10-1 Phosphorsäureester
Begriffe/Sachverhalte:
Glycerinmonophosphat, Konstitutions-, Konfigurations-Isomerie,
Enantiomere
Es sind die Strukturformeln der 3 isomeren Glycerinmonophosphate zu
zeichnen. Um welche Art der Isomerie handelt es sich jeweils? Wie heißen
die Verbindungen?
| Glycerin | Isomer 1 | Isomer 2 | Isomer 3 |
| |
Aufgabe 10-2 Einteilung von Monosacchariden
Begriffe/Sachverhalte: Aldosen, Ketosen, Triosen,
Tetrosen, ..., D-, L-Konfiguration, Stereoisomerie, enantiomer,
diastereomer
Teil a
Handelt es sich bei den folgenden Monosacchariden um
a) Aldosen oder Ketosen, b) Triosen, ..., Hexosen, c) D- oder
L-Konfiguration?
Geben Sie jeweils den Namen an.
1.)
2.)
3.)
Teil b
Begründen Sie, ob die beiden folgenden Strukturen zueinander enantiomer
(spiegelbildisomer) oder diastereomer sind. Welche Namen haben sie?
4.) 5.)
Aufgabe 10-3 Überführung der offenkettigen D-Glucose in die
Cyclohalbacetalform
Begriffe/Sachverhalte: Fischer-Formeln,
Oxo-Cyclo-Tautomerie,
-
und
-Form
Für eine Fischer-Formel gelten folgende Regeln:
- längste Kohlenstoffkette senkrecht
- höchste Oxidationsstufe oben
- Substituenten links und rechts ragen aus der Papierebene heraus
- Substituenten oben und unten zeigen hinter die Papierebene.

Fischer-Formel der D-Glucose (offenkettige Form)
Die abgebildeten Fischer-Formeln stellen beide Glucose dar, sind aber zwei verschiedene Konformere. Machen Sie sich klar, daß für jedes einzelne asymmetrischen C-Atome obige Regeln gelten.
Die Entstehung des zweiten Konformers (rechts im Bild) aus dem ersten sei auch noch an folgenden Bildern erläutert:

Konformer 1
Konformer 2
Newman-Projektionen
Teil a
Bauen Sie das abgebildete Molekülfragment und machen Sie sich klar, welche Auswirkungen es auf eine Fischer-Formel hat, wenn man entlang der C4-C5-Achse eine Drehung vornimmt.
Teil b
Bauen Sie das Molekülmodell der offenen Form der D-Glucose unter Berücksichtigung der oben genannten Regeln für Fischer-Formeln. Es entsteht so ein fast geschlossener Kreis, der sich dann leicht in die cyclische Halbacetalform überführen läßt.
Der Ringschluß erfolgt durch Reaktion der OH-Gruppe an C5 mit dem Carbonyl-C-Atom (C1) (nucleophiler Angriff). Welche beiden Atome ändern beim Ringschluß ihren Hybridisierungszustand?
Die dabei an C1 neu entstandene (glycosidische) OH-Gruppe steht in der
Fischer-Formel entweder auf der rechten
(
-Anomer) oder linken
(
-Anomer) Seite
der senkrechten C-Kette.

-D-Glucose -Anomer |
D-Glucose (offene Form) |
-D-Glucose -Anomer |
Teil c
Neben der Fischer-Schreibweise ist auch die nach Haworth üblich. Machen Sie sich mit Hilfe eines Papiermodells (s. nächste Seite) klar, wie die eine aus der anderen hervorgeht.

Die Pfeile markieren Knickkanten
eine Hälfte des O-Atoms

die andere Hälfte des O-Atoms
Papiermodell zum Verständnis der Haworth-Schreibweise:
- Papierstreifen ausschneiden und in Höhe der Pfeile knicken,
- stecken Sie dann das Sechseck mit Büroklammern an den schmalen Seiten zusammen.
Aufgabe 10-4 Monosaccharide (Haworthsche Ringformeln)
Begriffe/Sachverhalte: Furanosen, Pyranosen
Teil a
Tragen Sie die Strukturformeln der wichtigsten
Monosaccharide mit Numerierung aller C-Atome ein.
| Fischer-Formel | Darstellung nach Haworth | |
| D-Glucose offenkettig |
-D-Glucose(Pyranose) ![]() |
-D-Glucose(Pyranose) ![]() |
| D-Fructose offenkettig |
-D-Fructose(Furanose) ![]() |
-D-Fructose(Furanose) ![]() |
| D-Ribose offenkettig |
-D-Ribose(Furanose) ![]() |
2-Desoxy-b-D-ribose (Furanose) ![]() |
Teil b
Bauen Sie das Modell der abgebildeten
Formel und zeigen Sie, daß es sich um zwei Abbildungen desselben
Moleküls handelt.
Wie heißt dieser Zucker?
Aufgabe 10-5 Bildung eines Methylglykosids
Begriffe/Sachverhalte: glycosidische OH-Gruppe,
Vollacetalbildung bei Zuckern
Formulieren Sie die Bildung des
-D-Glycosids
aus
-D-Glucose und Methanol
-D-Glucose |
Methyl- -D-Glucosid(Glycosid) |
|
| |
(H+)![]() |
Aufgabe 10-6 Maltose und Cellobiose
Begriffe/Sachverhalte:
-glycosidische,
-glycosidische Verknüpfung
Teil a
Formulieren Sie die Bildung von Maltose aus
-D-Glucose (Verknüpfung
zwischen C1 (glycosidisches OH) und C4 (alkoholisches OH). Benutzen Sie die
Haworth-Formeln.
-D-Glucose +
-D-Glucose |
(H+)![]() |
Maltose |
Teil b
Dem gleichen Verbindungstyp gehört die Cellobiose an. Sie ist durch
1,4-Verknüpfung aus ß-D-Glucose entstanden.
-D-Glucose +
-D-Glucose |
(H+)![]() |
Cellobiose |
Besitzen die beiden Zucker Reduktionsvermögen?
Begründung:
Aufgabe 10-7 Oxidationsprodukte des Glycerins
Begriffe/Sachverhalte: Redoxverhalten primärer
Alkohole, Tautomerie bei Kohlenhydraten, Endiolform
Teil a
Oxidation der primären Alkoholgruppe (-CH2OH), bzw.
der Aldehydgruppe (-CHO).
Geben Sie die Redoxteilschritte an:
| Glycerin |
Glycerinaldehyd | Glycerinsäure | ||
![]() |
![]() |
Teil b
Tautomerie
Glycerinaldehyd steht über eine Endiolform mit Dihydroxyaceton im Gleichgewicht. Formulieren Sie die Umwandlung:
| Glycerinaldehyd |
Endiol | Dihydroxyaceton | ||
![]() |
![]() |
Welche beiden wichtigen Kohlenhydrate werden über eine Endiolform im Körper ineinander umgewandelt?
Teil c
Zeichnen Sie die vier stereoisomeren Hexosen, die bei der
Aldoladdition von D-Glycerinaldehyd und Dihydroxyaceton entstehen. Formulieren
Sie die Reaktionsgleichung, verwenden Sie dabei Fischerformeln.
Dihydroxyaceton
D-Glycerinaldehyd
Warum gehören alle 4 Hexosen der D-Reihe an?
Aufgabe 10-8 Reduzierende Wirkung von Glucose
Begriffe/Sachverhalte: Offenkettige Form, Aldehyd-Form,
Oxidierbarkeit zu Gluconsäure
In ein Reagenzglas werden je 3 ml Fehling-Lösung I und II gegeben.
Versetzen Sie mit 1 ml konz. Glucoselösung und stellen Sie das Glas in ein
siedendes Wasserbad.
Beobachtung:
Formulieren Sie die Redoxteilgleichung für die Oxidation von Glucose zu
Gluconsäure. Was
fungiert in der Reaktionsmischung als Oxidationsmittel (Redoxteilgleichung
angeben)?
Aufgabe 10-9 Eigenschaften des Rohrzuckers
Begriffe/Sachverhalte: Disaccharide, Verknüpfung
zweier glycosidischer OH-Gruppen, Hydrolyseprodukte von Disacchariden
Teil a
Geben Sie in ein Reagenzglas nacheinander
2 ml Fehling-Lösung I
2 ml Fehling-Lösung II
1 ml 5 %ige Rohrzuckerlösung (frisch hergestellt!) und erwärmen Sie
dann 15 min im Wasserbad.
Beobachtung:
Teil b
Versetzen Sie 1 ml der frisch hergestellten 5 %igen Rohrzuckerlösung mit 5
Tropfen Salzsäure (c = 1 mol/l) und erwärmen Sie 15 min im
siedenden Wasserbad. Anschließend fügen Sie je 2 ml
Fehling-Lösung I + II hinzu und erwärmen erneut im
Wasserbad.
Beobachtung:
Wie sind die unterschiedlichen Versuchsergebnisse von Teil a und b zu
erklären?
Demonstrationsversuch des Assistenten
Aufgabe 10-10 Stärke
Begriffe/Sachverhalte: Polysaccharide, Hydrolyse von Stärke
Teil a
Versetzen Sie je 3 ml Fehling-Lösung I + II mit 1 ml
Stärkelösung und erwärmen Sie auf dem
Wasserbad.
Beobachtung:
Erklärung:
Teil b
Geben Sie in 4 Reagenzgläser je 1 ml
Stärkelösung und 5 ml Wasser. Fügen Sie bei Raumtemperatur
jeweils 2 ml Salzsäure (25 %) hinzu. Stellen Sie die erste Probe sofort in
ein siedendes Wasserbad, nach 1 min die nächste, nach 2 min die dritte,
die vierte Probe wird nicht erwärmt. Nach Ablauf einer weiteren Minute
geben Sie in jedes Reagenzglas je 1 Tropfen KI/I2-Lösung (auch in das
vierte, das nicht erwärmt wurde).
Beobachtung:
Erklärung:
Wozu dient die Iodlösung?
1 Rationelle Nomenklatur der Alkane, Alkene, Aromaten, Halogenverbindungen, Alkohole, Phenole, Mercaptane, Ether, Amine, Sulfonsäuren, Sulfonamide, Aldehyde, Ketone, funktionellen Carbonsäurederivate, Cycloalkane ausgehend von den Verbindungen Methan, Ethan, Propan, Butan, Pentan, Hexan, Benzol.
Außerdem sind gerade in der Biochemie noch sehr viele Trivialnamen in Gebrauch. Deshalb ist für das Praktikum "Physiologische Chemie für Mediziner" die Kenntnis folgender Substanzen unerläßlich:
2 Trivialnamen
2.1 Säuren und Salze (Anionen)
Die Namen einiger Anionen stehen
in Klammern.
Ameisensäure (Formiat), Essigsäure (Acetat),
Propionsäure (Propionat), Buttersäure, Stearinsäure (Stearat),
Palmitinsäure (Palmitat), Benzoesäure, Oxalsäure (Oxalat),
Malonsäure (Malonat), Bernsteinsäure (Succinat), Glutarsäure
(Glutarat), Fumarsäure (Fumarat), Maleinsäure (Maleat),
Milchsäure (Lactat), Glycerinsäure, Äpfelsäure (Malat),
Weinsäure (Tartrat), Citronensäure (Citrat), Brenztraubensäure
(Pyruvat), Acetessigsäure, Oxalessigsäure (Oxalacetat)
2.2 Aminosäuren
Glycin, Alanin,
-Alanin, Cystein, Cystin,
Phenylalanin, Asparaginsäure (Aspartat), Glutaminsäure (Glutamat),
Asparagin, Glutamin, Lysin, Histidin, Tryptophan
2.3 Kohlenhydrate
D-Glycerinaldehyd, D-Ribose, 2-Desoxy-D-ribose,
D-Glucose, D-Fructose, Saccharose (Rohrzucker), Lactose, Maltose, Cellobiose,
Stärke, Cellulose, Galactose
2.4 Heterocyclen
Pyrrol, Imidazol, Pyridin, Pyrimidin, Indol, Purin,
Thiazol, Tetrahydrofuran, Tetrahydropyran
2.5 Sonstige
Chloroform, Tetrachlorkohlenstoff, Glycerin, Aceton,
Hydrochinon, Ether, Anilin, Formaldehyd, Acetaldehyd, Benzaldehyd,
p-Benzochinon (= 1,4-Benzochinon), 1,4-Naphthochinon, Steran, Acetaldol,
Phenol, Phenyl-, Methylenchlorid, Toluol, Harnstoff
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