
Der eigentliche Fensterinhalt, der den Hauptteil des Fensters einnimmt, ist von den "Dekorationen" umgeben. Diese haben ähnliches Aussehen und ähnliche Funktionalität wie unter MS Windows.
Oben findet man die Titelleiste, die von drei Schaltknöpfen umgeben ist. Bewegt man den Mauszeiger auf die Titelleiste, so kann man mit gedrückter linker Maustaste das Fenster verschieben. Links von der Titelleiste findet man das Systemmenü-Feld; Anklicken mit der Maus bringt das Systemmenü hervor:
Restore Alt+F5 Move Alt+F7 Size Alt+F8 Minimize Alt+F9 Maximize Alt+F10 Lower Alt+F3 Close Alt+F4
Die Menü-Funktionen lassen sich außer durch Anklicken mit der Maus auch durch entsprechende Tastenbefehle erreichen. (Sofern man nicht mit PC-Xview unter MS Windows arbeitet, läßt sich das Systemmenü auch durch die Tastenkombination Alt+Leertaste hervorbringen.) Mit einem Doppelklick mit der linken Maustaste auf das Systemmenü-Feld beendet man die Applikation. (Hinweis: Falls das Fenster keine Titelleiste hat, kann man das Menü hervorbringen, indem man die Alt-Taste drückt und mit der rechten Maustaste in das Fenster klickt.)
Das Schaltfeld unmittelbar rechts neben der Titelleiste hat die Funktion "Minimize". Durch einen Mausklick darauf wird das Fenster auf Symbolgröße verkleinert, also zu einem Icon. Ein Icon läßt sich durch einen Maus-Doppelklick wieder auf die Normalgröße bringen.
Das Schaltfeld ganz rechts hat die Funktion "Maximize". Durch einen Mausklick darauf wird das Fenster auf Maximalgröße vergrößert, so daß es den gesamten Bildschirmbereich einnimmt. (Der Fensterinhalt wird im allgemeinen angepaßt, allerdings werden Schriften dabei nicht vergrößert.) Klickt man nochmals auf dieses Schaltfeld, so stellt sich die vorherige Fenstergröße wieder ein.
Individuelle Größenänderungen eines Fensters lassen sich am elegantesten mit Hilfe der Maus vornehmen, indem man einen Rand- oder Eckbereich mit der Maus "anfaßt" und mit gedrückter linker Maustaste daran zieht.
Oftmals findet man an den Fensterränder Rollbalken, mit deren Hilfe man den aktuell dargestellten Ausschnitt ändern kann.
Hier soll die Verwendung von Optionen in der Kommandozeile behandelt werden. Beispielsweise für die Uhr:
xclock -digital -update 1 &
liefert anstelle der Analoguhr (default-Option -analog) eine Digitaluhr, die jede Sekunde aktualisiert wird ("update").
Auch die Geometrie des Fensters, also seine Größe und Lage, lassen sich beim Aufruf festlegen. Hierzu dient die Option -geometry. Die Geometrieparameter werden im allgemeinen in der Maßeinheit Pixel angegeben (beim xterm allerdings Spaltenzahl x Zeilenzahl). Die folgenden Beispiele befassen sich nur mit der Positionierung:
xclock -geometry +0+0 & (links oben) xclock -geometry -0+0 & (rechts oben) xclock -geometry +0-0 & (links unten) xclock -geometry -0-0 & (rechts unten)
Setzt man anstelle einer Null eine andere Zahl ein, so ergibt sich ein entsprechender Offset von der betreffenden Ecke.
Viele (aber nicht alle) X-Applikationen geben in Kurzform ihre Optionen aus, wenn man sie mit der Option -help aufruft, z.B.:
xclock -help
Umfangreiche Informationen kann man der entsprechenden Unix "man page" entnehmen, also z.B. man xclock
Hinweis: Mit der Option -xrm ist es möglich, sämtliche "Ressourcen" beim Aufruf in der Kommandozeile zu setzen.
Für die im folgenden vorgestellten Anwendungsprogramme werden Beispieldateien benötigt, die man während des Kurses im Verzeichnis /u/tmp/edvkurs findet:
cd /u/tmp/edvkurs
File Read (Alchemy) atropine.mol, Transform Rotate, rotieren des Moleküls durch Bewegen der Maus mit gedrückter linker Taste. Weitere Möglichkeiten aus dem Menü, z.B. Extras Measure (Wahl der Atome durch Anklicken mit der rechten Maustaste), Konvertierungen, Ausgabe von PostScript-Bildern. Weiteres siehe man xmol
Mit der rechten Maustaste in das xv-Fenster klicken, woraufhin eine Dialogbox erscheint. Load toucan.gif. Das Bild läßt sich z.B. hinsichtlich Farbe, Größe und Ausschnitt editieren. Eine Abspeicherung in diversen Formaten ist möglich. Weiteres siehe man xv
File Open tiger.ps Okay. Weiteres siehe man ghostview
In der Tat stellt aber der X Server seine Ressourcen zur Verfügung: Bildschirm, Tastatur und Maus. Er kommuniziert über das X-Protokoll mit dem Client. Dabei sendet der Client Befehle zum Aufbau der Graphik auf dem Bildschirm und empfängt die Eingaben, die mit der Tastatur oder der Maus getätigt wurden.
Aus der Tatsache, daß in einem Netzwerk gearbeitet wird, ergibt sich nun aber ein Problem: Es ist keineswegs selbstverständlich, daß die Graphikausgabe auf der Systemkonsole erfolgen soll! Um der X-Anwendung (also dem Client) mitzuteilen, wo die Bildschirmausgabe erfolgen soll, dient die Umgebungsvariable DISPLAY. Ihren Inhalt kann man sich folgendermaßen ansehen:
echo $DISPLAY
und erhält dann z.B. die folgende Ausgabe:
methionin.chemie.fu-berlin.de:0.0
oder allgemein: maschinenname:display_nr.screen_nr
Dabei ist maschinenname der Netzwerk-Name des Rechners, auf dem die Bildschirmausgabe erfolgen soll. Die z.Zt. hier eingesetzten Maschinen haben nur ein Display (Nr. 0) und einen "Screen" (Nr. 0); während der Zusatz ":0" (Display) obligatorisch ist, kann das Anhängsel ".0" weggelassen werden. Im obigen Beispiel hätte folgendes ausgereicht:
methionin:0
auf der Konsole reicht auch ein schlichtes :0 aus. Sofern man mit der tcsh oder der csh als "Shell" arbeitet, lautet das Kommando zum Setzen der Display-Variablen folgendermaßen:
Ein weiteres Problem ergibt sich, wenn wie hier aus Sicherheitsgründen mit einer Zugangskontrolle (access control) gearbeitet wird. Hierzu dient das Kommando xhost. Bei der Einstellung
xhost -
ist der Bildschirm für alle Rechner gesperrt, deren Zugriff nicht ausdrücklich erlaubt ist:
xhost +maschinenname
Eine weitere Sicherheitsstufe ergibt sich durch Einschalten von "xauthority", wozu eine Datei namens .Xauthority im Home-Verzeichnis gehört.
Weiteres siehe man xterm
zap mwm
Anschließend kann man einen anderen Window Manager starten, z.B. den twm:
twm &
Hierbei sind Dekorationen und Funktionalitäten wesentlich spartanischer als beim mwm. Auf SGI-Maschinen gibt es noch den 4Dwm, der allerdings nur dann zu empfehlen ist, wenn "GL", also die Graphikbibliothek von SGI zur Verfügung steht, d.h., an der Konsole.