Wie Kriegsursachen seit 1914 manipuliert wurden


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Wie Kriegsursachen seit 1914 manipuliert wurden. Der exemplarische Fall des 11. September 2001

Ringvorlesung Energie - Umwelt - Gesellschaft

Referent:
Prof. Dr. Fritz Vilmar, Politikwissenschaft, FU Berlin
Ort:
Kristallographie, Takustr. 6, Hörsaal
Zeit:
Mittwoch, 2005-01-12 18:15 - 20:00 Uhr

Eine der grundlegenden, breit untermauerten friedenswissenschaftlichen Thesen Ekkehart Krippendorffs ist, dass die Existenz von Staaten aufs engste mit den Militärapparaten, Festungen und Unterdrückungsanlagen verbunden ist, die sie sich seit eh und je geschaffen haben.

Der Zweck dieser mörderischen Staatsorganisationen ist der Krieg - nicht nur zur Verteidigung ihrer Existenz (wie die Staatslenker den Völkern zu versichern nicht müde werden), sondern zum Angriff, zur Ausdehnung der staatlichen Macht durch Eroberungen und zur Vernichtung staatlicher Machtkonkurrenten.

Die Untertanen der Potentaten aber sind (von Ausnahmen, d.h. von Kriegsgewinnlern jeglicher Art abgesehen) keineswegs begeistert, in einen Krieg zu ziehen. Sie wissen, dass sie, die "Völker", stets die Leidtragenden der Kriege sind. Daher gehört es seit jeher zu den grundlegenden Schachzügen der Herrscher, den eigenen Untertanen die absolute Notwendigkeit des geplanten Krieges in möglichst glühenden Farben vor Augen zu führen.

Zum Nachweis dieser martialischen Kunst sollen 4 herausragende Beispiele der Manipulation betrachtet werden:

1. Zuerst soll die von dem Hamburger Historiker Fritz Fischer ("Griff nach der Weltmacht") gegen den wütenden Protest seiner nationalistischen Zunft beschriebene Kriegstreiber-Politik Preußens referiert werden, die Österreich 1914 dazu bewegte, die Ermordung seines Kronprinzen in Sarajewo zum Anlass für unerfüllbare Forderungen an Russland zu nehmen, die dieses schließlich zu einer Kriegserklärung zwangen. Die europäischen Mächte sind demnach also nicht, wie in allen Schulbüchern zu lesen ist, 1914 in den 1. Weltkrieg "hineingeschlittert", sondern sie wurden von Preußen/Österreich planmäßig in ihn hineingetrieben. Preußens Interesse an einer Niederringung des zaristischen Imperiums im Osten - des großen europäischen Machtkonkurrenten - war hiernach der primäre Kriegsgrund. Russlands westeuropäische Verbündeten wiederum wollten die immer mächtiger werdende "Mittelmacht" Preußen-Deutschland vernichten, zumal diese auch noch auf dem Wege war, sich zur Seemacht aufzuschwingen.

2. Offenkundiger war die plumpe kriegsauslösende Taktik Hitlers: Er steckte im September 1939 SS-Soldaten in polnische Uniformen und ließ sie den grenznahen Sender Gleiwitz "erobern".

Die imperialistischen Kriegsziele Hitlers dürften heute allen bekannt sein. Aber auch er brauchte, um seine durchaus nicht begeisterten "Volksgenossen" in den Krieg schicken zu können, einen Anlass, den man als "Kriegsgrund" international ausposaunte.

3. Das dritte hier betrachtete Beispiel sei die Provokation des japanischen Luftangriffs auf die in Pearl Harbour vor Anker liegende US-amerikanische Kriegsflotte, durch den die absolut kriegsunwillige US-amerikanische Bevölkerung zur Kriegsbereitschaft gebracht wurde. Über 2000 Tote waren der Preis dieses abgekarteten Kriegsspiels, das neuerdings von Robert B. Stinnett mit genauer Aktenkenntnis beschrieben wurde ("Pearl Harbour. Wie die amerikanische Regierung den Angriff provozierte." Verlag Zweitausendeins, 2004).

4. Das vierte, uns alle betreffende Beispiel sei die Umfälschung der Terrorakte vom 11. September 2001 in einen "Kriegsakt" durch Präsident G.W. Bush - mit den unabsehbaren Militäraktionen in Afghanistan und Irak. Deren wahres Ziel - die Beherrschung der Ölfelder in diesen Regionen - ist inzwischen offenkundig. Die angebliche Begründung für den Einmarsch in den Irak - die Massenvernichtungswaffen im Besitz des irakischen Diktators - wurde nie gefunden.


Moderation: Michael Stitzel. V. i. S. d. P.: Roland Reich
HTML-Formatierung: Burkhard Kirste, 2005-01-12




 

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Last modification: 2005-01-12