Harald Schumann, Ko-Autor des Buches "Die Globalisierungsfalle", hat über das Thema dieses internationalen Bestsellers bereits vor genau 6 Jahren in unserer Ringvorlesung vorgetragen.
Damals hatte er vom Begriff der "Globalisierung" eine sehr positive Vorstellung. Er schrieb: "Der Prozeß der Globalisierung, verstanden als die transnationale Integration von Märkten, Informationsflüssen und Kulturen, birgt großartige Perspektiven für die Menschheit, insbesondere bei der Sicherung des Friedens und der Bekämpfung der Armut."
Allerdings fuhr er auch damals schon fort: "Doch die weltweite Durchsetzung der vulgärliberalen Wirtschaftspolitik angelsächsischer Prägung verspielt diese Chance und verkehrt sie ins Gegenteil: Destabilisierung und wirtschaftlichen Niedergang."
Harald Schumann ist seinen damaligen Definitionen treu geblieben. Das ist sein gutes Recht. Wenn wir verstehen wollen, dass er inhaltlich recht hat, müssen wir uns (zumindest während seines Vortrags) auf seine Definition des Begriffes "Globalisierung" einstellen. Zu dieser Definition gehört es, dass es beim Prozess der Globalisierung fair und gerecht zugehen muss.
Schumann zeigt, in wie fern das in der heutigen Weltwirtschaftspolitik ganz und gar nicht der Fall ist: Die von den Vertretern der Industrieländer diktierten Spielregeln von IWF, Weltbank und WTO haben nämlich zwangsläufig eine zunehmende Verarmung und Hoffnungslosigkeit für die Bevölkerung in den Entwickiungsländern zur Folge, während die großen Kapitalbesitzer in den Industrieländern immer reicher werden. Was heute in der Weltwirtschaftspolitik geschieht, ist also gerade das Gegenteil von dem, was Schumann als "Globalisierung" definiert.
Auf diese Weise wird ein Nährboden bereitet, in dem Terrorismus in größerem Ausmaß überhaupt erst entstehen kann. Die obige Überschrift dieses Vortrags drückt also aus, dass die von den Regierungen der reichen Länder diktierte politische Ökonomie den Terrorismus begünstigt!
Harald Schumann hat diesen Vortrag bereits am 3.5.2003 auf dem IPPNW-Kongress in Berlin gehalten und in der Zeitschrift "Aus Politik und Zeitgeschichte" B 13-14/2003 veröffentlicht. Eine Kopie wird an die Hörer dieses Vortrags verteilt. Weitere Literatur zum obigen Thema ist das von Harald Schumann gemeinsam mit Christiane Grefe und Mathias Greffrath geschriebene Buch "attac - Was wollen die Globalisierungskritiker?" ISBN 3-87134-451-6, Verkaufspreis: 12.90 EUR