Das Multilaterale Abkommen über Investitionen (MAI) - eine Lizenz zum Plündern?

Ringvorlesung Energie - Umwelt - Gesellschaft

Referent:
Prof. Dr. Harry Nick, Berlin
Ort:
Chemiegebäude Takustr. 3, Hörsaal
Zeit:
Mittwoch, 2000-01-26 18:15 - 20:00 Uhr

Das MAI ist

Über das MAI wurde seit 1995 in einem Kellergeschoß der OECD (Organization for Economic Cooperation and Development) in Paris unter Ausschluß der Parlamente geheim verhandelt. Nachdem im Frühjahr 1997 ein Textentwurf in die Öffentlichkeit geschmuggelt worden war, erhoben sich weltweit so starke Proteste, daß das MAI nach Ablehnung durch Frankreichs Premier Jospin im Oktober 1998 zunächst gescheitert war. Die Absichten und Interessen des Großkapitals, die im bisherigen MAI-Entwurf so offenherzig und ausführlich niedergelegt sind, bestehen aber weiterhin, nämlich: Die Regierungen in den Dienst der Großkonzerne zu stellen. Daher werden die geheimen Verhandlungen jetzt auf einer höheren Ebene im Rahmen der WTO (World Trade Organization) und anderer supranationaler Wirtschaftsorganisationen (IWF, NAFTA, FTAA, TEP, vgl. M. Mies, s.u.) weitergeführt. Wer diese Absichten genauer kennen lernen, sich ihnen gar entgegenstellen will, sollte sich unbedingt für den MAI-Entwurf, seine Hintergründe und absehbaren Folgen, interessieren.

Literatur:

Maria Mies und Claudia von Werlhof: "Lizenz zum Plündern. Das Multilaterale Abkommen über Investitionen 'MAI'. Globalisierung der Konzernherrschaft - und was wir dagegen tun können".
ISBN 3-434-53017-7. 3. Aufl. 1999, 24,-- DM.


Moderation: Hans Rolf Besser. V.i.S.d.P.: Roland Reich.
HTML-Formatierung: Burkhard Kirste, 2000-01-26