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Nuklearer Schirm unerwünscht!
Atomwaffen in Deutschland erhöhen die Gefahren, vor denen sie angeblich schützen sollen!
Ringvorlesung Energie - Umwelt - Gesellschaft
- Referent:
- Otfried Nassauer, Berliner Informationszentrum für Transatlantische Sicherheit
- Ort:
- Kristallographie, Takustr. 6, Hörsaal
- Zeit:
- Mittwoch, 2004-12-08 18:15 - 20:00 Uhr
Als vor 20 Jahren unsere Ringvorlesung ins Leben gerufen wurde, geschah das aus Sorge vor einer radioaktiven Verseuchung der Erde, die den Fortbestand der gesamten Menschheit bedrohen würde. Nur Gorbatschows Friedensinitiativen ist es zu verdanken, dass das irrsinnige Wettrüsten nach einigen Jahren überwunden und der Kalte Krieg beendet werden konnte.
Damals haben viele von uns geglaubt, dass die Gefahr einer irreversiblen Zerstörung unserer Lebensbedingungen nunmehr endgültig abgewendet werden könnte: Die auch für uns selbst gefährliche westliche Atomrüstung hatte (wenn überhaupt) einzig und allein in der scheinbaren Notwendigkeit der "atomaren Abschreckung" gegen einen möglichen sowjetischen Angriff ihre moralische Rechtfertigung gehabt. Nachdem die atomare Bedrohung aus dem Osten beseitigt war, schien nichts mehr im Wege zu stehen, dass die Atommächte - allen voran die USA - ihre im Atomwaffensperrvertrag unterschriebene Verpflichtung zur vollständigen nuklearen Abrüstung auch selbst erfüllen und damit einen Atomkrieg unmöglich machen würden.
Warum die amerikanischen Regierungen nach dem Zusammenbruch der sowjetischen Bedrohung den vertraglich vorgeschriebenen Weg der atomaren Abrüstung nicht eingeschlagen haben, sondern statt dessen - besonders seit Beginn der 1. Präsidentschaft von George W. Bush - den Weg einer Missachtung internationaler Verträge und Institutionen und den Weg systematischer Beseitigung von Barrieren gegen den Einsatz von Atomwaffen beschreiten, obwohl dieser Weg letzten Endes das Leben auch der amerikanischen Nation zerstören muss - diese Frage kann im vorliegenden Vortrag natürlich nicht erschöpfend beantwortet werden. Hier möge der kurze Hinweis genügen, dass bereits nach dem Sturz der Regierung Carter die von diesem eingeleiteten Forschungen und Entwicklungen zur verantwortungsvollen Umstellung der amerikanischen Wirtschaft auf regenerative Energiequellen abgebrochen wurden und dass dadurch die Abhängigkeit der amerikanischen Wirtschaft vom Öl und von der Dominanz des Dollars als Leitwährung festgeschrieben wurde.
Thema des heutigen Vortrags ist die Frage, inwiefern die neuen amerikanischen Entwicklungen von Mini-Atomwaffen und von einer integrierten konventionell-atomaren militärischen Entscheidungsstruktur einen Atomkrieg immer wahrscheinlicher machen und warum unsere deutsche Mitverantwortung nach dem Atomwaffensperrvertrag, nach dem Grundgesetz und nach dem Völkerrecht einen Ausstieg aus der "nuklearen Teilhabe" der NATO erfordert.
Terrorismus lässt sich durch Atomwaffen nicht bekämpfen! Terrorismus wird im Gegenteil durch rechtswidrige Machtpolitik erst recht provoziert!
Die Dringlichkeit atomarer Abrüstung - auch bei uns in Deutschland - und ein politisches Programm zu Abschaffung aller Atomwaffen bis zum Jahr 2020 wird im Dossier Nr. 46 der Zeitschrift Wissenschaft und Frieden 2/2004 von 8 prominenten Autoren dargestellt (darunter auch unsere Redner Otfried Nassauer und Xanthe Hall). Dieses Dossier soll möglichst für die Hörer der Ringvorlesung teilweise kopiert werden.
Moderation: Michael Stitzel. V. i. S. d. P.: Roland Reich
HTML-Formatierung: Burkhard Kirste, 2004-12-27
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