In der öffentlichen Diskussion um die Risiken der Atomenergienutzung stand bisher als Ursache für einen Super-GAU immer das Szenario eines technischen Versagens im Vordergrund. Auch der Faktor Mensch fand in offiziellen Risikostudien keine besondere Beachtung.
Die Terrorangriffe mit Flugzeugen am 11.09.2001 in den USA haben aber gezeigt, wie realistisch die Angreifbarkeit empfindlicher Ziele ist. So können reiche Staaten von radikalen Gruppierungen durch die Drohung einer gezielten Attacke auf ein Atomkraftwerk erpresst werden, sei es von außen z. B. durch ein vollgetanktes Flugzeug oder von innen z. B. durch todesbereite Sabotagekommandos.
Das mögliche Ausmaß eines SuperGAUs kann an den Folgen der Tschernobyl-Katastrophe gut studiert werden. Im Vortrag werden sowohl die bisher erkennbaren Folgen von Tschernobyl für Gesundheit, Sozialgefüge und Wirtschaft in Weißrussland behandelt wie die Übertragung dieser Erfahrungen auf das Gebiet der Bundesrepublik, die etwa 10 mal dichter besiedelt ist.
Es ist nachgewiesen, dass ein Schutz der Bevölkerung vor den Folgen eines SuperGAUs nicht möglich ist, weder im Alleingang einer Nation noch durch konzertierte Maßnahmen der Völkergemeinschaft.
Eine sozialadäquate Lösung ist nur möglich, wenn die Bevölkerung wie die Entscheidungsträger die seit längerem vorhandenen Erfahrungen zur Kenntnis nehmen und konsequent handeln.