Eine umfassende Bilanz des zu Ende gehenden Industriezeitalters wird nicht leicht zu erstellen sein. Es hat Wohlstand, Komfort, Mobilität gebracht. Sukzessive wurde die menschliche Arbeitskraft durch die Maschine ersetzt, und bei einer halbwegs gerechten Verteilung der Ergebnisse der erzielten Produktivitätssteigerung wäre es sogar möglich, die gesamte heutige Weltbevölkerung noch zu ernähren.
Die Entwicklungen brachten enorme Veränderungen mit sich: Die Technik hat sich in immer kürzeren Abständen revolutioniert, und die Kommunikationsmöglichkeiten haben in unvorstellbarem Ausmaße zugenommen. Brachten diese "Erfolge" einerseits viele Vorteile, so waren sie andererseits mit blutigen Beschaffungskriegen verbunden. Die Ressourcen wurden rücksichtslos geplündert, und die Biosphäre wurde im letzten Jahrhundert in noch gar nicht abschätzbarem Ausmaße geschädigt.
Die Freisetzung radioaktiver Strahlung von Hiroshima über Tschernobyl bis Tokaimura hat ihre Spuren hinterlassen. Bedrohlich ist aber auch die Anreicherung der Erdatmosphäre durch Treibhausgase wie Kohlendioxid (pro Jahr so viel, wie vorher in etwa einer Million Jahren in Form von Kohle, Erdöl und Erdgas gebunden wurde!)
Um einen völligen Umstieg von der atomaren und fossilen Energienutzung auf erneuerbare Energieträger wird die Menschheit daher nicht herum kommen, will sie nicht ihre eigene Biosphäre so weit schädigen, daß die Arterhaltung der Spezies Homo sapiens gefährdet ist. Entsprechend geht es nicht um das Ob, sondern ausschließlich um das Wie und noch viel mehr um das Wann dieses Umstieges.
Es gibt, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, einige gewichtige Argumente für diesen Umstieg:
Wenn man bedenkt, welche Auswirkungen die Klimaveränderungen bereits jetzt mit sich bringen, nämlich Katastrophen wie tropische Stürme, Überschwemmungen von niedrig liegenden Landgebieten, stärkeres Auftreten von durch Moskitos ausgelösten Krankheiten (wie z.B. Malaria), Wüstenbildung, abnehmende Produktivität von Fischerei und Landwirtschaft sowie weitreichende Küstenerosion, so werden die Gefahren für den Menschen sehr schnell klar.
Um so erschreckender ist es, daß bereits mehr als sieben Jahre vergangen sind, seit sich die Vertragsparteien auf der Konferenz in Rio de Janeiro auf das Ziel verpflichtet haben, die Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2000 drastisch zu reduzieren, aber nach wie vor die Kohlendioxid-Emissionen nicht nur in den Entwicklungsländern, sondern auch in den Industrieländern sogar noch weiter ansteigen.
Erneuerbare Energieträger wenden die Gefahr eines bedrohlichen Klimawandels ab. Sie sind CO2-neutral und sichern die Klimastabilität und die Erhaltung der Erdatmosphäre.
Der Ausbau der erneuerbaren Energiequellen bietet für die heimische Land- und Forstwirtschaft sowie auch für verbundene Industrien und Gewerbe zusätzliche Marktchancen und damit Arbeitsplätze, die durch die dezentrale Charakteristik der erneuerbaren Energien direkt vor Ort entstehen. Dezentralisierung ermöglicht zugleich den Ausbau demokratischer Mitbestimmung.
Der Umstieg auf erneuerbare Energieträger ist daher eine unabdingbare Voraussetzung für aktive Friedenspolitik im 21. Jahrhundert.