Die Entstehung des modernen Gewissens

Ringvorlesung Energie - Umwelt - Gesellschaft

Referent:
Prof. Dr. Heinz Dieter Kittsteiner, Historiker, Universität Frankfurt/Oder
Ort:
Chemiegebäude Takustr. 3, Hörsaal
Zeit:
Mittwoch, 1997-12-03 18:15 - 20:00 Uhr

Der Vortrag beschäftigt sich mit den Entwicklungsstadien des Gewissens in Europa zwischen Reformation und Aufklärung und endet mit einem kurzen Ausblick auf das deutsche Gewissen im 20. Jahrhundert. Dargestellt werden die kulturhistorischen Hintergründe sowohl für die Normen als auch für die Funktionsweisen des Gewissens: Was bedeutet es, wenn religiöse Sanktionsinstanzen in der Aufklärung des 18. Jahrhunderts wegfallen? Wie verändern sich Inhalte des Gewissens, wenn philosophische Maximen an die Stelle theologisch begründeter Normen treten?

Ungeachtet der historisch nachweisbaren Relativität der Gewissensnormen stellt sich natürlich die Frage, ob es kulturell übergreifende Tendenzen gibt, die mithelfen können, eine universalisierbare Ethik zu entwickeln.

Die Herausbildung eines "Deutschen Gewissens" in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist allerdings ein unübersehbares Warnsignal, das die Schwierigkeiten einer universalen Ethik beleuchtet.

Heinz Dieter Kittsteiner

geb. 1942 in Hannover. Studium der Geschichte, Philosophie und Germanistik in Tübingen und Berlin (FU). Dissertation: Naturabsicht und unsichtbare Hand (1980). Buch: Die Entstehung des modernen Gewissens (1991). Forschungsschwerpunkte sind Probleme der Geschichtsphilosophie und europäische Kulturgeschichte. Nach Stationen in Berlin, Bielefeld, Essen und Jena Lehrstuhl für Vergleichende europäische Geschichte der Neuzeit in der Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Europa-Universität Viadrina, Frankfurt (Oder).


Verantwortlich: Rudolf Gorenflo.
HTML-Formatierung: Burkhard Kirste, 1997-11-26