Chemie auf dem Netz - Neue Modelle für chemische Daten
und Methoden
- Informatik-Kolloquium
- Dr. Wolf-Dietrich Ihlenfeldt
- Universität Erlangen-Nürnberg
- Ort:
- 14195 Berlin, Takustr. 9, SR 049
- Zeit:
- Freitag, 3.11.1995, 16 Uhr c.t.
Abstract
Chemiker sind weltweit die größten Nutzer von Datenbanken
und die größten Konsumenten von Rechenzeit. Die Verwaltung
und Vermittlung von Chemieinformation wird immer wichtiger -
und die Unzufriedenheit mit den bisherigen Modellen der
Informationsverbreitung wie auch der Verbreitung und der Kombination
von Methoden (d.h. Programmen) zur Berechnung, Analyse und Visualisierung
dieser Daten wächst. Die Chemie ist jedoch in der glücklichen
Situation, daß die behandelten Objekte (Moleküle,
molekulare Ensembles, Reaktionen etc.) relativ uniform und gut
definiert sind, so daß eine klare Struktur und Hierarchie der
Daten vorliegt. Wir arbeiten an Systemen, die eine transparente und
synergetische Kopplung von weltweit verteilten Verfahren zur
Berechnung molekularer Eigenschaften, zur Datenanalyse und zur
Visualisierung gestatten. Ein weiteres Ziel ist die unbegrenzte
Wiederverwertung und Reanalyse von Strukturinformation und
Rechenergebnissen, die über Netzwerkkanäle wie WWW
zugänglich sind. Das Endziel ist ein integriertes System, mit
dem in elektronischen Publikationen zitierte Strukturen und Methoden
vollständig reextrahiert werden können, so daß
neue Datensätze mit dokumentierten Methoden oder alte
Datensätze mit neuen Analysemethoden, deren Bausteine aus einem
weltweiten Netzwerk von Methodendatenbanken abgerufen wurden,
bearbeitet werden können. Damit wäre ein wirklich ungebrochener
Informationsfluß verwirklicht. Systeme, die Teilaspekte dieses
Plans realisieren, werden vorgestellt und im Kontext der Spezifika
chemischer Information erläutert.
E-Mail an Dr. Wolf-Dietrich Ihlenfeldt:
wdi@eros.ccc.uni-erlangen.de
HTML-Formatierung:
Burkhard Kirste,
1995/10/31, ergänzt: 1995/11/03