Zwei Seiten einer Medaille: Atomenergie und Atomwaffen


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Zwei Seiten einer Medaille: Atomenergie und Atomwaffen

Internationale Atomenergiebehörde: Kontrolleur und Förderer zugleich

Ringvorlesung Energie - Umwelt - Gesellschaft

Referentin:
Xanthe Hall, Abrüstungsreferentin der IPPNW, Berlin
Ort:
Kristallographie, Takustr. 6, Hörsaal
Zeit:
Mittwoch, 2004-12-01 18:15 - 20:00 Uhr

Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) arbeitet mit einem gewaltigen Widerspruch: Sie soll durch technische Maßnahmen die Weitergabe von Atomwaffen verhindern, während ihre Satzung die Förderung der Atomenergie vorschreibt. Die Geschichte zeigt deutlich, dass diese Förderung - zuerst durch das "Atoms for Peace"-Programm und später von der IAEO übernommen - von vielen Ländern ausgenutzt worden war, um heimlich Atomwaffenprogramme zu betreiben - auch in Westeuropa. Der Atomwaffensperrvertrag verfestigte diesen Widerspruch mit dem Artikel IV, der die Verbreitung der zivilen Nutzung der Atomenergie als zentrales Anliegen hat.

Regierungen (von Banken wegen der großen Kreditgeschäfte unterstützt) drängten weltweit auf den Ausbau der Atomenergie - eine Politik, die zunächst gegen die Interessen der Energieversorgungsunternehmen verstieß, bis diese später durch günstige Finanzierungsmöglichkeiten und Subventionen für die Atomenergie einbezogen wurden. Das prinzipielle Interesse dieser Regierungen (auch der deutschen Bundesregierung) bestand darin, auf diesem Wege die Option einer militärischen Nutzung der Atomenergie mit zu erwerben.

Heutzutage gibt es zwei Möglichkeiten, in den Besitz von Atomwaffen zu gelangen: entweder man kauft oder stiehlt einen bestehenden Atomsprengsatz oder man baut ihn mit Hilfe eines Atomenergieprogramms. Nichtstaatliche Akteure würden vermutlich den ersten Weg wählen und von Staaten, die den zweiten Weg bereits beschritten haben, den Sprengsatz kaufen oder stehlen.

Zu den Staaten, die erfolgreich ein eigenes Atomwaffenprogramm aufgebaut haben, gehören Israel, Indien, Pakistan, Südafrika und möglicherweise Nordkorea. Andere Länder (Argentinien, Brasilien, Libyen, Irak, Schweden, die Schweiz, Spanien und Italien) haben ebenfalls die Entwicklung eigener Atomwaffen versucht, aber diesen Weg inzwischen aufgegeben. Die Aufgabe der IAEO, die Weiterverbreitung von Atomwaffen zu verhindern, wird hauptsächlich durch freiwillige Angaben der kontrollierten Staaten und durch Inspektionen erfüllt. Dieses System ist lückenhaft und wird von Staaten nur schleppend angenommen. In Ländern der ersten Welt wird anders kontrolliert als bei Ländern wie Nordkorea oder Iran: Bei ersteren werden öfters große Mengen spaltbarer Materialien gar nicht erst gefunden; Verstöße bleiben also ohne Konsequenzen. Aber bei Nordkorea oder Iran, wo es sich nur um Gramm-Mengen handelt, werden internationale Krisen ausgelöst.

Auch Mohammed El-Baradei, der Leiter der IAEO, der gute Vorschläge zur Behandlung des Problems für die Zukunft hat und der das schlechte Beispiel der USA bei der Entwicklung neuer Atomwaffen kritisiert, hält leider an der Förderung der Atomenergie fest.


Moderation: Bodo Hamprecht. V. i. S. d. P.: Roland Reich
HTML-Formatierung: Burkhard Kirste, 2004-12-04




 

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Letzte Änderung: 2004-12-04