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Kann eine legitime Weltordnung Terrorismus und Militarismus verhindern?
Ringvorlesung Energie - Umwelt - Gesellschaft
- Referent:
- Bernd Guggenberger, Rektor der Lessing-Hochschule Berlin
- Ort:
- Kristallographie, Takustr. 6, Hörsaal
- Zeit:
- Mittwoch, 2005-02-16 18:15 - 20:00 Uhr
Wer konsequent über den Frieden nachdenkt, gelangt immer zu einer Welt der Treuepflichten jenseits des Staates: Der auf seinem weltbürgerlichen Status beharrende Pazifist fühlt sich nämlich dem Frieden, der Menschheit, der Natur oder der Welt als ganzer stärker verpflichtet als staatlichen Befehlen.
Friedensphilosophie ist unvermeidlich "Philosophie in
weltbürgerlicher
Absicht", wie wir sie am entschiedensten bei Kant vorgedacht
finden:
Im Kern geht es immer um die Frage, wem ich mich stärker
verpflichtet
weiß - dem Projekt "Menschheit" (samt der zugehörigen
allgemeinen
Lebensbedingungen) oder den Interessen und Anordnungen
meines Staates.
Der entscheidende Schritt auf dem Weg zu einer "neuen Weltordnung" wäre die Entwaffnung der Staaten und die Etablierung eines weltweiten droh- und abhaltefähigen Systems kollektiver Sicherheit.
Ein solches System kooperativer Sicherheitsstrukturen wäre nicht
zuletzt erheblich kostengünstiger.
Wenn die freiwerdenden Mittel (die "Friedensdividende") zum Teil
für
den Ausgleich des unterschiedlichen Wohlstandsniveaus
verwendet
werden könnten, böten sich auch gute Chancen, die Angst- und
Armutsmigrationen zu vermeiden und die kulturellen und
sozialen
Erschütterungen weltweit zu begrenzen.
Moderation: Rudolf-Andreas Palmer. V. i. S. d. P.: Roland Reich
HTML-Formatierung: Burkhard Kirste, 2005-02-10
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