Ernährung und Gesundheit - Gesicherte Zusammenhänge und Probleme

Ringvorlesung Energie - Umwelt - Gesellschaft

Referent:
Prof. Dr. Christian A. Barth, Deutsches Institut für Ernährungsforschung, Potsdam-Rehbrücke
Ort:
Chemiegebäude Takustr. 3, Hörsaal
Zeit:
Mittwoch, 1998-01-07 18:15 - 20:00 Uhr

Die stetige Zufuhr von Energie und essentiellen Nährstoffen ist Voraussetzung für die Aufrechterhaltung der Gesundheit. Insoweit stellt die Ernährung einen der tiefgreifendsten Einflußfaktoren für die Biologie, für Gesundheit und Krankheit des menschlichen Organismus dar.

Legt man für den Gesundheitszustand einer Bevölkerung globale Indikatoren wie Lebenserwartung, Kindersterblichkeit und Prävalenz von chronisch-degenerativen Erkrankungen als Maßstab zugrunde, so heben sich einige Ernährungsweisen als vorteilhaft hervor. Dazu gehören ostasiatisch und mediterran geprägte sowie betont vegetabilische Ernährungsweisen.

Obwohl ernstzunehmende Daten vorliegen, die diesen vorwiegend epidemiologisch gewonnenen Erkenntnissen eine biologische Plausibilität zuweisen, sind wir von einer fest etablierten Ursache-Wirkungs-Beziehung noch weit entfernt. Anhand einiger Beispiele wie Störungen des Energiehaushaltes und Herz-Kreislauf-Krankheiten werden die bisherigen Beziehungen zwischen der Fehlernährung auf der einen Seite und der Entstehung von Stoffwechselentgleisungen auf der anderen Seite erläutert.

Bei aller Vorläufigkeit unserer bisherigen biochemischen und molekularen Erkenntnisse gibt es doch einen überraschenden Konsens von Präventiv-Medizin, Ernährungswissenschaft und Innerer Medizin über die wirksamsten primärpräventiven Strategien zur Vermeidung der hochprävalenten ernährungsabhängigen Stoffwechselentgleisungen.

Über dieses weithin konsensfähige Wissen hinaus soll die Frage diskutiert werden, ob die als gesundheitsdienlich erkannten Ernährungsweisen mit ökologisch akzeptablen, nachhaltigen, agrarischen Produktionssystemen korrespondieren.

Weiterführende Literatur


Verantwortlich: Thilo Schmidt-Rogge.
HTML-Formatierung: Burkhard Kirste, 1998-01-14