Diese Kurzinfo soll helfen, sich schnell in gnuplot einzuarbeiten. Für die vielen Details sei auf das Onlinehilfesystem oder die Quick-Reference verwiesen, wo wirklich alle Fragen beantwortet werden.
gnuplot akzeptiert beim Aufruf auch einen File als Parameter und führt die darin enthaltenen Kommandos aus:
gnuplot bigcalcDie wichtigsten Kommandos sind plot, load, help, set und show. Dazu kommt noch die Möglichkeit, eigene Funktionen zu definieren.
ctrl-p vorherige Zeile ctrl-n nächste Zeile ctrl-b mit dem Cursor ein Zeichen nach links gehen ctrl-f mit dem Cursor ein Zeichen nach rechts gehen
Beispiel:
gnuplot> f(x) = x**2 + sin(x)weist der Funktion f mit der abhängigen Variablen x einen bestimmten Funktionsverlauf zu. Alle notwendigen Operatoren (mal, geteilt, modulo usw.) sind bereits vordefiniert. Außer der Sinus-Funktion sind viele weitere Funktionen eingebaut und über "help expressions functions real" zu finden.
plot {ranges} { | {"" {using ...}}} {title}
{style} {, {title} {style}...}
splot {ranges} { | {"" {index i} {using
...}}} {title} {style} {, {title} {style}...}
Die Bereichsangabe (range) dient dazu, von einer Funktion nur einen
bestimmten XAchsen-Ausschnitt zu berechnen.
Die Angabe einer Funktion ist genauso möglich wie die Angabe einer Datei, aus der Tabellenwerte ausgelesen werden sollen. Es ist auch möglich, externe Programme aufzurufen und deren Ausgabe einzulesen:
plot `< myfilter' using "%f%f" title `Before' with linesMit einer Formatangabe nach dem Schlüsselwort using können auch ganz bestimmte Daten aus einer Eingabedatei herausgefiltert werden.
Mit dem Schlüsselwort index kann ein Ausschnitt aus einem Datenfile ausgewählt werden, z.B. um nur eine Kurve anzuzeigen.
Werden mehrere Kurven in dasselbe Diagramm gezeichnet, so kann über das Schlüsselwort title für jede Kurvenfarbe ein Bezeichner in der Legende gewählt werden. splot wird verwendet, um dreidimensionale Kurven zu zeichnen.
Hier einige Beispiele:
Alle Ausgabeformate werden mit dem Befehl set terminal termtype ausgewählt. Damit gnuplot die Ausgabe in eine Datei und nicht auf den Bildschirm schreibt, muß der Name der Datei vor dem plot-Kommando mit set output filename festgelegt werden.
Postscript ist natürlich möglich. Drei Varianten existieren hierbei. Die Ausgabe kann auf eine normale Seite oder liegend (landscape) erfolgen. Das erzeugte Postscript kann auch als encapsulated Postscript für die Weiterverarbeitung in anderen Graphik-Programmen abgespeichert werden. Auch Farbpostscript kann mit gnuplot erzeugt werden, z.B. für Präsentationsgraphiken. Für die Einbindung in LaTeX sind drei Mechanismen vorgesehen. Am einfachsten ist es, das Ausgabeformat LaTeX zu wählen (siehe das Bild auf der folgenden Seite).
Für die Gestaltung von Logos oder zur einfachen Positionierung im LaTeX-Fließtext ist es auch möglich, die Kurve als Zeichen in einem TeX-Zeichensatz via METAFONT zu definieren. Im Hilfesystem wird unter help set terminal mf detailed genauer erklärt, wie vorzugehen ist. Eine aktuelle TeX-Version ist dazu notwendig.
Mit encapsulated Postscript und dem TeX-Druckertreiber dvips können ebenfalls Graphiken eingebunden werden.
Für FrameMaker-Fans erzeugt die gnuplot-3.4 Version jetzt auch Maker Interchange Format (MIF).
Für die Arbeit am Bildschirm ist die direkte Anzeige über das X11-Fenstersystem sehr bequem (set term x11).
Steht leider gerade kein Terminal mit X11-Fähigkeiten zur Verfügung, so kann eine grobe Näherung über den Terminaltyp dumb betrachtet werden.
Soll nur die Normierung und Positionierung der Punkte in einem Datenfeld durch gnuplot genutzt werden, so kann mit dem Ausgabetyp table eine Tabelle erzeugt werden, die von weiteren Programmen als Eingabe wiederverwendet werden kann.
Diese Aufzählung ist keinesfalls vollständig. Für weitere Formate sei auf den Eintrag zu set terminal im Hilfesystem verwiesen.
Heiko Schlichting, 7. Oktober 1993