Computer-Vernetzung
Autor: Dr. B. Kirste
- Vorbemerkung
- Vernetzungsgrundlagen
- Verschiedene Netzwerk-Topologien:
- Ethernet
- Netzwerk-Software
- DECnet
- TCP/IP
- NFS
- X Window
- Benutzung von TCP/IP
- Internet-Nummern und Namen
- Telnet
- Ftp
- Mail - elektronische Post
- Mail unter VAX-VMS
Vernetzung von Rechnern dient dem Datenaustausch sowie der Nutzung von
Rechenkapazitäten über ein entferntes Terminal. Sie ist lokal
möglich (LAN = Local Area Network),
über größere Gebiete (WAN =
Wide Area Network) und letztlich weltweit (Eunet, Internet).
Im wesentlichen lassen sich die Aufgaben eines Netzes wie folgt klassifizieren:
- Dateiübertragung zwischen zwei Rechnern (file transfer)
- interaktiver Zugang zu einem anderen Rechner
(virtual terminal)
- Nachrichtenübermittlung (message handling, electronic mail)
In lokalen Netzen (LAN) weiterhin:
- verteilte Dateisysteme (NFS: Network File System), d.h.
unmittelbarer Zugriff auf Daten auf anderen Rechnern
- gemeinsamer Zugriff auf Peripheriegeräte wie Drucker oder Plotter
Zur reinen Datenübertragung gibt es alternativ natürlich noch
"konventionelle" Möglichkeiten:
- Lochkarten, Lochstreifen (veraltet)
- Disketten
- (Problem: Durcheinander von Größen und
Aufzeichnungsverfahren (Formaten))
- Magnetbänder als Spulenmagnetband oder Kassette
- Datensicherung (Backup) u.a. auf "Streamer"-Band (QIC
= Quarter Inch Cartridge), 8-mm-Videoband (z.B. ExaByte),
4-mm-Digital-Audio-Tape (DAT), Digital Linear Tape (DLT)
- Verbindung über die serielle Schnittstelle
- (asynchrone
Kommunikation); diese kann über eine direkte Kabelverbindung,
ein Modem (notfalls einen Akustikkoppler) oder ein PAD (package
assembler disassembler) erfolgen. Außer der Dateiübertragung
(z.B. nach dem KERMIT-Protokoll oder komfortabler nach dem X-,
Y- oder Z-Modem-Protokoll) ist auf diese Weise auch der
interaktive Zugang zu anderen Rechnern möglich (X.25: Datex-P,
WIN (Wissenschaftsnetz)). Die Übertragungsgeschwindigkeit ist
hierbei allerdings nicht sehr hoch; bei einer Übertragungsrate
von 9600 Baud (Baud = Bit/s) benötigt man ca. 1 min für eine
32 KByte lange Datei. (Auf PCs stehen Terminalprogramme wie TELIX
oder PROCOMM zur Verfügung.)
(Anm.: über SLIP = Serial Line Internet Protocol sind auch
TCP/IP-Verbindungen, also telnet und ftp (s.u.) möglich.)
Vernetzung kann zwischen Rechnern des gleichen Typs (z.B. Token Ring
für PCs, Appletalk für Apple Macintosh oder DECnet für DEC VAX)
erfolgen oder "heterogen" zwischen Rechnern, deren Hard- und
Software von verschiedenen Herstellern stammt.
Einen allgemeinen Vernetzungsstandard gibt es nicht, es existiert jedoch
eine Vereinbarung innerhalb der OSI-Gruppe (open systems interconnection),
die ein mehrschichtiges Kommunikationsmodell als ISO-Kommunikationsprotokoll
entworfen hat.
- Ethernet (IEEE 802.3),
- ein ursprünglich lineares System,
das aber durch zusätzlichen elektronischen Aufwand
(multiport-repeater, bridges, router) nahezu beliebig stern- und
maschenförmig erweitert werden kann;
- Token-Ring,
- ein ringförmiges System;
- FDDI (fiber distributed data interface),
- ein neues System,
das etwa zehnmal so schnell wie Ethernet ist (doppelt ausgelegter
Token Ring)
bzw. offiziell die Vernetzung nach IEEE 802.3 ist ein rein physikalischer
Standard (Schicht 1 des ISO-Modells). Übertragungsmedium ist
Thick-Wire-Ethernet (dickes Koaxialkabel, bis zu 500 m), Thin-Wire-Ethernet
oder Cheapernet (dünnes Koaxialkabel, bis zu 185 m), Twisted-Pair-Kabel
oder Glasfaser. (Sog. Transceiver dienen dem Übergang von Thick- auf
Thin-Wire-Ethernet.) Der maximale Abstand zwischen zwei Stationen (LAN)
beträgt 1.5 km, die maximale Datenübertragungsrate beträgt
nominell 10 MBit/sec, in der Praxis erreicht man bis zu 100 KByte/sec.
Daten werden in Form von Paketen versandt,
die grundsätzlich wie folgt aufgebaut
sind: Header/Absender/Empfänger/Daten/Checksum. Jede Station
(Ethernet-Karte) ist durch eine weltweit eindeutige Ethernet-Adresse
(MAC-Adresse) charakterisiert,
die sich aus Hersteller- und Seriennummer zusammensetzt.
Die Größe der Pakete (Framegröße) muß
im Bereich von 64 bis 1518 Byte (Octets) liegen
(kleines Problem: bei VLAN Tagging kommen 4 Byte dazu).
- 10Base2
- Cheapernet, Thin-Wire-Ethernet
- dünnes Koaxialkabel, max. Länge 185 m, üblicherweise
RG58-Kupferkoaxialkabel
- physikalisch und logisch als Bus
(linear mit 50-Ohm-Abschlußwiderständen)
- 10Base5
- Yellow Cable, Thick Ethernet, max. Länge 500 m
- 10Base-T (IEEE 802.3i)
- Twisted Pair
- physikalisch ein Stern mit einem Hub im Mittelpunkt
- RJ45-Stecker, max. 100 m Kabellänge
- Punkt-zu-Punkt-Verbindungen (über Patchfelder)
- 10Base-FL (IEEE 802.3j)
- Glasfaser (Multimode-LWL), max. Länge 2 km
Fast Ethernet
nominelle maximale Datenübertragungsrate: 100 MBit/sec ("100BASE").
- 100BASE-TX (IEEE 802.3u)
- Twisted Pair
- RJ45-Stecker, max. 100 m Kabellänge (UTP), Sternverkabelung
- 100BASE-FX
- Glasfaser (Multimode-LWL), max. 2 km Kabellänge
im Vollduplex-Betrieb (Halbduplex: 412 m)
- 100VG-AnyLAN (IEEE 802.12)
Gigabit-Ethernet (GbE)
nominelle maximale Datenübertragungsrate:
1 GBit/sec = 1000 MBit/sec ("1000BASE"), nur Switching-Technologie
(keine Repeater/Hubs).
- 1000BASE-T
- Twisted Pair
- Cat 5 UTP Kabel: max. 100 m Länge
- 1000BASE-CX
- Twisted Pair
- shielded copper: max. 25 m Länge
- 1000BASE-SX
- Glasfaser (fiber short distance)
- Multimode: 220 bis 550 m Länge
- 1000BASE-LX
- Glasfaser (fiber long distance)
- Monomode: bis ca. 5 km Länge
- Multimode: 220 bis 550 m Länge
Wichtige Netzwerk-Protokolle:
- Novell NetWare: PCs
- Banyan/Vines: PCs
- NetBIOS (NetBEUI): PCs unter Microsoft Windows
- AppleTalk: Apple Macintosh
- CDCnet: Control Data
- DECnet: Digital (DEC) VAX-VMS
- IP: UNIX-Rechner
- IP = Internet Protocol
- SNA: IBM-Großrechner (Terminal Typ 3270)
- SNA = Systems Network Architecture (IBM)
Gateways: eigenständige Rechner, die als Mittler zwischen verschiedenen
Netzsystemen dienen.
für DEC-VAX-Rechner mit dem Betriebssystem VMS ermöglicht eine
Vielzahl von Funktionen:
Dateiübertragung, Netzwerk-Filesystem, Terminalemulation
(SET HOST), "task-to-task"-Kopplung, "remote batch processing",
"remote print queue", MAIL- und PHONE-Utilities.
steht für Transmission Control Protocol/Internet Protocol und entstammt
dem Berkeley-UNIX (BSD-UNIX), ist in UNIX V.4 integriert und steht
inzwischen auf fast allen Workstations und auf PCs zur Verfügung. Die
drei wichtigsten Dienste sind:
- FTP:
- zur Dateiübertragung zwischen Rechnern (File
Transfer Protocol)
- TELNET:
- für "remote login", d.h., interaktives Arbeiten
an einem entfernten Rechner
- SMTP:
- zum Nachrichtenverkehr (Simple Mail Transfer Protocol)
NFS (Network File System, SUN) bietet ein verteiltes Dateisystem nach dem
Client/Server-Modell, d.h., der Server-Rechner stellt ein Dateisystem zur
Verfügung, das von Client-Rechnern nach Durchführung eines
"mount"-Kommandos genutzt werden kann. Auch PCs können hierbei als
Clients benutzt werden (PC-NFS).
Das
X Window System (X11) dient als verteiltes Grafik-System unter
UNIX.
Jeder Netzwerk-Rechner (Knoten; host, node) ist durch eine Internet-Adresse
(IP-Adresse; nicht zu verwechseln mit der physikalischen Ethernet-Adresse)
weltweit eindeutig charakterisiert und wird außerdem durch einen
symbolischen Namen bezeichnet. Mit Hilfe von hosts-Tabellen bzw. über
Name Server wird aus dem symbolischen Host-Namen (ggf. einem Kurznamen)
die IP-Adresse ermittelt. Die IP-Adresse setzt sich aus der internationalen
Netzadresse (domain) und der lokalen Adresse zusammen.
Beispiele (die Adressen wurden mittlerweile geändert):
130.133.2.21 ki1.chemie.fu-berlin.de ki1
130.133.2.81 methan.chemie.fu-berlin.de methan, fub
130.133.2.99 moses.chemie.fu-berlin.de moses
130.133.214.31 glycin.chemie.fu-berlin.de glycin
130.133.1.21 castor.zedat.fu-berlin.de
130.133.4.50 ftp.fu-berlin.de
130.133.4.10 leibniz.math.fu-berlin.de
130.149.17.5 opal.cs.tu-berlin.de
192.76.144.75 ftp.germany.eu.net
Mit dem Programm telnet kann der Benutzer eine Verbindung zu einem
entfernten Rechner aufbauen und dort interaktiv arbeiten. Damit verbunden
ist eine Terminal-Emulation (z.B. VT100 oder VT220), die das Arbeiten
mit Textbildschirmen gestattet. (NCSA-Telnet erlaubt auch eine
Tektronix-Grafikemulation.)
- Aufruf:
- telnet hostname
- telnet Internet-Nummer
- Beispiele:
- telnet glycin (zu einer SGI Iris Indigo, UNIX)
- telnet methan (zum 386er UNIX-Rechner des IOC)
- telnet moses (zum IBM RT 6150 des IOC, Betriebssystem
AIX) bzw. telnet 130.133.2.99
- telnet kr1 (zu einer VAX im Kristallographie-Cluster)
- telnet opal.cs.tu-berlin.de (UNIX-Rechner an der TU Berlin)
(Falls der symbolische Name weder in der hosts-Tabelle steht noch über
einen Name Server abgefragt werden kann, muß statt dessen die IP-Nummer
angegeben werden.) Das Programm versucht dann, eine Verbindung zum
Zielrechner aufzubauen. Gelingt dies, so meldet sich der Zielrechner und
fordert zum Einloggen auf (Benutzer-Validierung). (Ansonsten landet man
ggf. im Kommandomodus, den man mit quit verlassen kann.)
- login: username
- Password: passwort
Nach erfolgreichem Login kann man mit dem Zielrechner so arbeiten, als
ob man mit einem Terminal direkt angeschlossen wäre.
Mit dem Programm ftp kann man Textdateien oder Binärdateien von
einem Rechner zu einem anderen transferieren. Achtung: Insbesondere bei
Dateiübertragungen zwischen zwei verschiedenen Betriebssystemen
(z.B. DOS - UNIX) muß man strikt auf den korrekten Typ achten;
- ascii:
- nur für ASCII-Textdateien (anzeigbare Klartexte; DOS-Zeilenende
ist CR-LF, UNIX-Zeilenende ist LF, Macintosh-Zeilenende ist CR),
- binary:
- für Binär-Dateien (Programm-Executables, Grafik-Daten,
sonstige codierte Daten).
Anmerkung: binäre Zahlen sind i.allg. nicht
ohne Konversion von einem System auf ein anderes übertragbar!
- Aufruf:
- ftp hostname
- ftp Internet-Nummer
Gelingt der Verbindungsaufbau zum Zielrechner, muß sich der Benutzer
validieren;
- VAX-Rechner: login "username"
- UNIX-Rechner:
- (Userid ) username
- (Password?) passwort
(Anm.: ftp-Server arbeiten mit "anonymous" ftp; als User-ID gibt man
"anonymous" oder "ftp" an, als Paßwort die E-Mail-Adresse.)
Anschließend erhält man den ftp> -Prompt, der zu einer
Kommando-Eingabe auffordert.
- help oder ? liefert eine Kommandoübersicht,
- help befehl liefert eine Kurzbeschreibung des Befehls.
Wichtigste ftp-Befehle:
- quit
- beendet ftp
- dir
- zeigt den Inhalt des Directorys auf dem Server
- ldir
- (falls implementiert) zeigt das lokale Directory
- cd
- wechselt das Directory auf dem Server
- lcd
- (falls implementiert) wechselt das lokale Directory
- ascii
- Umschaltung auf Typ ASCII für ASCII-Textdateien
- binary
- Umschaltung auf Typ binär für Binärdateien (s.o.)
- get dateiname [zielname]
- holt eine Datei vom Server
- put dateiname [zielname]
- schickt eine Datei zum Server (auch als
send bezeichnet)
- mget jokername
- holt eine Gruppe von Dateien (Joker: *, ?)
- mput jokername
- schickt eine Gruppe von Dateien
- del dateiname
- löscht eine Datei auf dem Server (Vorsicht!)
- prompt
- (falls implementiert) Schalter für Abfrage bei mput/mget
Die
elektronische Post basiert auf dem SMTP-Protokoll. Achtung: bitte
keine Umlaute verwenden!
- mail
- schaut nach, ob Post eingegangen ist
- mail user
- zum Versenden von Post an einen Benutzer am selben Rechner
- mail user@hostname
- versetzt das mail-Programm in den Eingabemodus.
- Text eingeben;
- beenden mit Ctrl-Z (VAX oder PC-mail)
- bzw. Ctrl-D oder (Return).(Return) (UNIX).
- Beispiele:
- mail kirste@chemie.fu-berlin.de
- mail -s "Subject-Info" user@hostname
- schickt ein "Subject" voran.
Hinweis: Mehr Komfort als mail (oder Mail) bieten
pine oder
elm (sofern implementiert).
Unter VAX-VMS dient "mail" der Kommunikation unter DECnet.
Aufruf: mail
Damit befindet man sich im Mail-Programm, Hilfe läßt sich ggf. durch
das Kommando help anfordern. Zum Lesen einer Nachricht gibt man deren
Nummer ein, dir zeigt das Verzeichnis, quit beendet das
Mail-Programm. Absenden von Mail:
- send
- To: user
- Subj: subject
- (Text eingeben, Ende mit Ctrl-Z, Abbruch mit Ctrl-C)
Mail läßt sich mit Hilfe von mx auch an die UNIX-Welt
schicken:
- send
- To: mx%"user@hostname"
Hinweis: Auf den VAX-Rechnern existiert noch ein weiteres E-Mail-System,
EAN. EAN ermöglicht den Austausch von Nachrichten innerhalb des
DFN-EAN-Netzes sowie die Weiterleitung in andere Netze (EARN, BITNET, ...).
- Bridge - zur Verbindung von Netzwerken mit Filterung
- Client - Arbeitsplatzrechner in einem Netzwerk
- CSMA/CD - Carrier Sense Multiple Access with Collision Detection
(Zugriffsverfahren beim [Ethernet-]Bus)
- DFN - Deutsches Forschungsnetz
- DNS - Domain Name Service (Internet-Adressierung)
- EARN - European Academic Research Network
- Ethernet - Netzwerk-Hardware-Standard (IEEE 802.3, 10 MBit/s),
ursprünglich mit linearer Topologie
- FDDI - Fiber Distributed Data Interface (Hochgeschwindigkeitsnetz
[Glasfaser], 100 MBit/s, doppelt ausgelegter Token Ring)
- FTP - File Transfer Protocol (Dateiübertragung unter TCP/IP)
(RFC 959)
- Gateway - Verbindung unterschiedlicher Rechnersysteme
- IP - Internet Protocol
- IPX/SPX - Internet Packet eXchange/Sequenced Packet eXchange
(Subnetz von Novell für PCs)
- ISDN - Integrated Services Digital Network (digitales Fernmeldenetz,
64 kBit/s)
- ISO - International Organization for Standardization
- LAN - Local Area Network (lokales Netz in einer Firma oder
Universität)
- MAC - Media Access Control
- MAN - Metropolitan Area Network (Netz innerhalb einer Stadt)
- Modem - MOdulator-DEModulator (Gerät zur Datenübertragung
über eine Telefonleitung)
- NetBEUI - NETBIOS Extended User Interface
- Netware - Netzwerk-Betriebssystem für PCs von Novell
- NFS - Network File System (verteiltes Dateisystem) (RFC 1094)
- NNTP - Network News Transfer Protocol, Übertragung von Usenet
News (Konferenz-System unter TCP/IP) (RFC 977)
- OSI - Open Systems Interconnection (Schichtenmodell zur
Kommunikation)
- PAD - Package Assembler Disassembler (für serielle
Datenfernübertragung)
- Repeater - zur Verbindung von Netzwerken gleicher Bauart
- RFC - Request For Comment (Konventionen für Netzwerke etc.)
- Router - zur Direktadressierung von Netzwerkstationen
- Server - Zentralrechner, der seine Ressourcen zur Verfügung
stellt
- SLIP - Serial Line Internet Protocol (IP über serielle
Schnittstelle)
- SMTP - Simple Mail Transfer Protocol, das Internet-Mail-Protokoll
(unter TCP/IP) (RFC 821)
- SNMP - Simple Network Management Protocol
- TCP/IP - Transmission Control Protocol/Internet Protocol
(Netzwerk-Protokoll)
- Telnet - remote terminal protocol, interaktives Arbeiten an
entfernten Rechnern (unter TCP/IP) (RFC 854)
- Token Ring - ringförmiges Netzwerk (IEEE 802.4)
- UTP - Unshielded Twisted Pair
- WAN - Wide Area Network (Weitbereichs-Netz)
- Workstation - (leistungsfähiger) Arbeitsplatzrechner
- "Host-to-Terminal"-Systeme:
- ein leistungsstarker Zentralrechner
(Großrechner) versorgt eine große Anzahl von "dummen"
Terminals (veraltet)
- "Peer-to-Peer"-Systeme:
- alle Computer sind gleichberechtigt, d.h., sie
können je nach Bedarf als Server oder als Workstation
fungieren (also Ressourcen zur Verfügung stellen oder
benutzen)
- "Client-Server"-Modell:
- der Server ist ein leistungsstarker
Zentralrechner, die Clients sind "intelligente" Workstations;
spezielle Netzwerk-Software wird benötigt. Man unterscheidet
dedizierte (ausschließlich zur Netzwerk-Verwaltung bestimmte)
und nichtdedizierte Server (die auch als Workstation benutzt
werden können).
- Adapter-Karten:
- als Ethernet-Adapter (10BASE2) für ATs z.B. WD8013 oder dazu kompatible
Karten (früher Western Digital, jetzt SMC), 16-Bit-Bus;
Anschluß am besten über eine "Safety Line" an eine
(Thin-Wire-)Ethernet-Dose.
- Verkabelung:
- prinzipiell drei Medien: verdrillter Leiter (Twisted Pair),
Koaxialkabel oder Glasfaserkabel (Lichtwellenleiter).
Beim Koaxialkabel unterscheidet man "Thin Wire" ("Cheapernet")
und "Thick Wire" ("Yellow Cable"). Die maximalen Kabellängen
betragen bei Thin-Wire-Ethernet 185 m (300 m) pro Segment
(bei Verbindung mehrerer Segmente über "Repeater" insgesamt
900 m), bei Thick-Wire-Ethernet 500 m pro Segment und insgesamt
2500 m (Abschlußwiderstand: 50 Ohm).
(Im Institut für Organische Chemie war "Thin-Wire"-Ethernet
verlegt, mittlerweile durch eine Twisted-Pair-Verkabelung
abgelöst.)
Anm.: Der Anschluß von Computern an Thin-Wire-Ethernet kann
zwar über T-Stücke erfolgen; da ein Abziehen des Steckers
jedoch den gesamten Strang lahmlegen würde, sollte statt dessen
ein Sicherheitskabel verwendet werden ("Safety Line",
enthält Hin- und Rückleitung, weshalb die Kabellänge
doppelt rechnet).
- Topologien:
- Ring (geschlossener Ring, Token Passing [IBM Token Ring])
- Bus (Ethernet, lineare Segmente, CSMA/CD-Zugriffsverfahren)
- Stern (Knotenrechner im Mittelpunkt, Zugriff durch Senden
oder "Polling")
Das OSI (Open Systems Interconnection)-Modell der ISO (International
Standards Organization) ist ein international abgestimmter Standard
für Kommunikation und Datenübertragung. Es besteht aus sieben
Schichten bzw. Ebenen (unterste Schicht: physikalische
Grundvoraussetzungen, oberste Schicht: Anwendungen).
Die sieben Schichten des OSI-Modells:
- Schicht 7: Anwendungsschicht (Applikation, Anwendungsprogramme);
- untergliedert in ACSE (Association Control Service Entity),
Dienste (FTAM: File Transfer, Access, and Management,
VT: Virtual Terminal sowie E-Mail [X.400]) und API
(Application Program Interface)
- Schicht 6: Darstellungsschicht (Präsentation);
- Aufbereitung und ggf. Umformung der Daten
- Schicht 5: Kommunikationssteuerungsschicht (Session);
- Datenflußsteuerung und Zwischenspeicherung von Daten
- Schicht 4: Transportschicht;
- Durchreichung der Daten zum Endteilnehmer, unabhängig vom Medium
- Schicht 3: Vermittlungsschicht (Netzwerk, Verbindungsauf- und -abbau);
- in dieser Schicht kann ein Router eine Direktadressierung
vornehmen
- Schicht 2: Sicherungsschicht (Verbindung);
- Synchronisation
(Protokolle MSV 5, BSC 3, HDLC, SDLC), Fehlererkennung und
-korrektur, Zugriffsverfahren (CSMA/CD: Carrier Sense Multiple
Access with Collision Detection, Token-Passing oder Token-Bus)
- Schicht 1: Physikalische Schicht (Bitübertragung);
- physikalische
Grundvoraussetzungen wie Schnittstellen (RS 232C, V.24, V.28,
V.35, V.36, X.21 oder ISDN), Übertragungsverfahren (wie
Basisband oder Breitband bei Ethernet) und Übertragungsmedien
(Koaxialkabel, verdrillte Kupferleitungen, Lichtwellenleiter
oder Richtfunkstrecken)
- Schichten 1 und 2:
- Hardware (Ethernet, Token-Bus und Token-Ring)
sowie Zugriffsverfahren (CSMA/CD, Token-Passing und Token-Bus)
- Schichten 3 bis 5:
- Transportebene (Verwaltung der Kommunikation, "Subnetz")
- IP (Internet Protocol) entspricht Schicht 3 (Adressierung)
- TCP (Transmission Control Protocol) entspricht Schicht 4
- TCP/IP-Dienste (FTP, Telnet, SMTP) entsprechen den Schichten 5 bis 7.
- Repeater (Schicht 1):
- zur Verbindung von Netzwerken gleicher Bauart
- Bridge, Switch (Schicht 2):
- zur Verbindung von Netzsegmenten unter Filterung,
für gleichartige oder unterschiedliche Netzwerke
- Router (Schicht 3):
- zur Verbindung von Netzen unter
Direktadressierung mittels "Routing-Tabellen" (ohne Filterung);
protokollabhängig (DECnet, IPX, TCP/IP);
Vermittlung zwischen Endnetz und Transitnetzen (Backbone)
- Gateway:
- Verbindung unterschiedlicher Rechner-Systeme
- X.21: Protokoll für Schicht 1
- X.25: Protokoll für Schicht 3 (Packet Switching Subnetwork Access)
(Datex-P, WIN)
- X.400: ISO/OSI-Protokoll zur Adressierung von E-Mail
(Alternative: RFC 822)
Zur Adressierung der Hosts im Internet dient eine 32 Bit lange Adresse
(darstellbar durch 4 Byte, also Dezimalzahlen zwischen 0 und 255).
Bestandteile: Netzanteil und Hostanteil
Class A: net.host.host.host (1.0.0.0 bis 126.0.0.0)
Class B: net.net.host.host (128.1.0.0 bis 191.254.0.0)
Class C: net.net.net.host (192.0.1.0 bis 223.255.254.0)
Die Netzmaske (Class B: 255.255.0.0) liefert durch AND-Verknüpfung den
Netz-Anteil der IP-Adresse; durch Variation innerhalb des Host-Anteils
erhält man eine Subnetz-Maske.
Subnetting wird benötigt, wenn verschiedene Segmente eines Netzes
durch Router miteinander verbunden werden sollen; eine typische
Subnetz-Maske für Class B Netze wäre 255.255.255.0 (256 Netze mit
254 Hosts).
Domain Name System: Basierend auf der Wurzel (Root) liegen die
Top Level Domains (speziell: GOV, COM, EDU, MIL, NET;
ISO-3166-Ländercodes: DE, NL, UK, US, ...), es folgen die Second
Level Domains (GMD, DFN, MPG, FU-Berlin, ...), ggf. weitere
Verästelungen (z.B. Fachbereiche: RZ, CS, Chemie) und schließlich
der Rechnername.
Bsp.: wega.SectionY.TU-Berlin.de.
Wissenschaftsnetz (WIN): X.25-Netz, Transitnetz mit IP-Netznummer 188.1
und WIN-Adresse 45050xxxxxx.
Burkhard Kirste, 1993/12/10, 1995/01/23, ergänzt 1999-10-06