World Wide Web (WWW)/Mosaic: ein weltweites Informationssystem

Einsatzmöglichkeiten in der Chemie

Abstract

9. CIC Workshop "Softwareentwicklung in der Chemie"

16. bis 18. November 1994, Bitterfeld

Burkhard Kirste, Heiko Schlichting und Thomas Richter

Freie Universität, 14195 Berlin, Fachbereich Chemie

Gegenwärtig erlebt ein Informationssystem namens "World Wide Web" (WWW) einen kometenhaften Aufstieg. Es handelt sich dabei um ein netzwerkfähiges Hypertext- und Hypermediensystem, das für den Nutzer sehr leicht zu bedienen ist. Im Gegensatz zu einfacheren Informationssystemen (z.B. "Gopher") bietet WWW ein angenehm formatiertes Schriftbild. Sprünge in andere Dokumente oder der Aufruf von Bild-, Ton- oder Videomaterial lassen sich durch einfaches "Anklicken" markierter Texte (oder Symbole oder Bildteile) erreichen. Auch freie Eingabefelder sowie komfortable Formulare gibt es, die man zu Datenbankanfragen oder für Mitteilungen nutzen kann.

Einige Anwendungsmöglichkeiten sind: interaktive Multimedia-Lehrmaterialien, Electronic Publishing, Datenbank-Recherchen (Stoffdatenbanken, Bibliothekskataloge, Preprint-Sammlungen, Lexika, Wörterbücher u.v.a.m), elektronisch abrufbare lokale Dokumentationen und Ankündigungen.

Als Informationsnutzer benötigt man lediglich ein Visualisierungsprogramm ("browser"); am komfortabelsten ist "Mosaic", es gibt auch Software für reine Text-Terminals (z.B. "lynx"). Als Informationsanbieter muß man aufbereitete Texte (HTML: Hypertext Markup Language), ggf. auch Bild-, Ton- und Videomaterial zur Verfügung stellen und ein Server-Programm (Hypertext Transfer Protocol) laufen lassen. Alle nötige Software ist frei verfügbar, es gibt sie mittlerweile für die gängigen Rechnerarchitekturen (Unix-Workstations, Macintosh, i386-Personalcomputer, VAX/VMS).

Das System läßt sich zwar auch in einem lokalen Netz betreiben, seine volle Leistungsfähigkeit erreicht es allerdings aufgrund der Nutzbarkeit weltweit verfügbarer Ressourcen erst im Internet. Für kommerzielle Informationsanbieter ist von Interesse, daß sich Zugangsberechtigungen ggf. auch einschränken lassen.


Burkhard Kirste, 1994/10/03