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Kunststoffe zum Kennenlernen:

Polystyrol

Polystyrol (PS) ist ein weit verbreiteter, thermoplastischer Massenkunststoff. Er wird in der Regel durch radikalische Polymerisation von Styrol gewonnen. Diese Substanz ist eine Flüssigkeit, die in der chemischen Industrie aus dem Erdöl hergestellt wird.

Styrol besteht aus einem Benzolring und einer zwei Kohlenstoffatome langen Seitenkette mit Doppelbindung, die Vinylrest genannt wird. Diese Doppelbindung ist das reaktive Zentrum bei der Polymerisation. Das radikalische Ende einer wachsenden Polymerkette greift nie eine Doppelbindung im Ring an, da der Benzolring eine außerordentlich stabile Struktur ist.

Styrol-Dämpfe reizen Augen und Atemwege. Außerdem hat sich das Stoff im Tierversuch als mutagen erwiesen, d.h. es kann das Erbgut verändern. Bei der Polymerisation fällt das Polystyrol jedoch in so großer Reinheit an, dass es sogar als Lebensmittelverpackung verwendet werden kann.

Ansonsten ist das Einsatzfeld von Polystyrol sehr breit. Viele Gebrauchsartikel und Verpackungen werden aus PS gefertigt, unter anderem Kleiderbügel, Wäscheklammern und CD-Hüllen.

Reines PS ist hart, farblos und spröde. Auffällig ist der hohe Oberflächenglanz. Gegenüber Säuren, Laugen und Alkohol ist Polystyrol beständig. Es wird jedoch von vielen unpolaren Lösungsmitteln angegriffen. Ihr könnt dies selbst ausprobieren, wenn ihr die spiegelglatte Oberfläche einer CD-Hülle mit Nagellackentferner behandelt. Polystyrol löst sich in dem Aceton im Nagellackentferner und die Oberfläche wird matt. Die Dichte von Polystyrol ist größer als 1 g/cm3. Ein Gegegenstand aus PS sinkt also im Wasser zu Boden.

Die Eigenschaften des Kunststoffes lassen sich jedoch durch Copolymerisation mit anderen Stoffen stark beeinflussen.

Während SAN im Vergleich zu herkömmlichem PS eine größere Beständigkeit gegenüber unpolaren Lösungsmitteln aufweist, ist SB nicht so spröde.

Eine weitere Verarbeitung von Polystyrol ist das Schäumen. Geschäumtes PS wird EPS (von engl. expanded, gedehnt) genannt. Ein bekanntes EPS ist das Styropor® der Firma BASF. Es wird hergestellt indem Polystyrol-Perlen, in welche ein Treibmittel eingearbeitet ist, durch Wärme aufschäumt. Wenn ihr euch die Kanten eines Stückes Styropor® genau anguckt, werdet ihr die aufgeschäumten Kügelchen sehen.

Styropor® wird zur Wärmedämmung eingesetzt, sei es beim Bau oder als wärmeisolierendes Verpackungsmaterial.


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