Grundlagen der Online-Recherche

Dr. Norbert Skurcz, Datenbanken - Informationsdienste, Ettlingen

Einführung in die Suchsprache Messenger, 1

Wichtigste Leistungen:

  1. Öffnen (und Wechseln) von Datenbanken zur Recherche
  2. Nachsehen, ob die gewünschten Suchterme vorhanden sind, und wie sie geschrieben werden (Schreibfehler!)
  3. Suche von Dokumenten mit Suchtermen
    Verknüpfen von Suchbegriffen/Antwortsätzen mit
  4. Hilfefunktionen zur Befehlssprache, Inhalten der Dateien, Kostenanzeige
  5. Befehle zur Beeinflussung des Arbeitsablaufs
    SET - SELECT - QUERY

Einführung in die Suchsprache Messenger, 2

Die fünf wichtigsten Messenger-Kommandos:

Novice-VersionExpert-Versionen
FILEFIL
EXPANDEXPE
SEARCHSEAS
DISPLAYDISD
LOGOFFLOG Y

Alle Befehle gibt es in einer Novice- und einer Expert-Version

Werden mehr als drei Zeichen eines Befehls eingegeben, wird auf die Novice-Version umgeschaltet.

Die Novice-Version bietet Menüführung: - zeitaufwendig -

In der Expert-Version entfällt die Menüführung: Zeitersparnis durch Nutzung von Voreinstellungen

Empfehlung: Für Basis-Befehle Expert-Version, für komplexe Befehle Menüführung

Einführung in die Suchsprache Messenger, 3

FILE

Wählt eine oder mehrere Dateien oder einen Datei-Cluster zum Recherchieren aus
Beispiele:File BeilsteinFil Beil
File CAFil CA
Fil RegistryFil Reg

Es können auch mehrere Files gleichzeitig zur Suche geöffnet werden:

File Beil Gme Reg
=> Sinnvoll für gleichzeitige Strukturrecherche

Nachteile: Gebühren für mehrere Files gleichzeitig!

Der Antwortsatz kann nur bearbeitet werden, solange alle Dateien geöffnet bleiben!

Wechsel zurück zu nur einem File, z. B.:

File GME

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Die Suchfelder

-> "Adressen" von Daten mit gleichen Rollen innerhalb der Dokumente

Zahl: ca. 15 bis >400 pro Datei

Ein Suchfeldname besteht aus einer Buchstabenfolge von 2 bis 6 Zeichen

Beispiel: Die Suchfelder der Datenbank KKF

SuchcodeDefinition
/AUAuthor
/BIBasic Indexkein Display-Feld
/CCClassification Code and Text
/CSCorporate Source and Location
/CTControlled Terms
/DTDocument Type
/JTJournal Title
/LALanguage of Original Document
/NRNumber of Report
/PYPublication Yearkein Display-Feld
/SOSource
/STSupplementary Terms
/TITitle
/UPUpdatekein Display-Feld

Wird kein Suchfeld angegeben, so wird im "Basic Index" gesucht.

Einführung in die Suchsprache Messenger, 5

EXPAND

Dient dazu, festzustellen, ob ein Begriff oder ein Zahlenwert im Register ("Datenfeld") vorhanden ist.

Stellt Suchterme in den durch die Sortierhierarchie von Sonderzeichen, Zahlen und Buchstaben vorgegebenen Zusammenhang

Bedeutung: Weil ein Rechner nur Identitäten von Zeichenfolgen feststellen kann, ist es äußerst wichtig, zu wissen, wie Worte, besonders Namen, in der Datei erscheinen.

-> In vielen Dateien werden Suchtermgebühren berechnet

Folge: Jeder vergebliche Suchterm kostet Geld!

Einführung in die Suchsprache Messenger, 6

Beispiel:

Suche von Beilstein-Registerverbindungen, an denen der Autor H. H. Inhoffen gearbeitet hat

=> EXP Inhoffen/AU   ( = EXPAND im Suchfeld "AUTOR")

   E1   39          INGWALSON/AU
   E2   1           INHOFEN/AU
   E3   1136    --> INHOFFEN/AU
   E4   222         INHOFFEN, H H/AU
   E5   1           INHOFFEN, HANS HERLOFF/AU
   E6   1           INHOFFER/AU
   E7   14          INIESTA SANMARTIN, ESTHER/AU
   E8   10          INIGO, RAUL P A/AU
   E9   242         INION/AU
   E10  56          INION, H/AU
   E11  256         INION, HENRI/AU
   E12  191         INION, HENRY/AU

Suche der mit EXPAND erhaltenen Terme:

=> SEA E3-5

        1136        INHOFFEN/AU
        222         "INHOFFEN, H H"/AU
        1           "INHOFFEN, HANS HERLOFF"/AU
   L1   1318        (INHOFFEN/AU OR "INHOFFEN, H H"/AU OR
                    "INHOFFEN, HANS HERLOFF"/AU)

Die Antworten in L1 können mit DISPLAY angesehen werden.

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Befehlsoptionen von EXPAND:

EXPAND Corey/AU n (Autor)

Voreinstellung: n = 12, 5 minimal, 25 maximal

EXPAND acid rain/BI (im CA-File)

zeigt 12 Terme, jedoch Null Treffer für "acid rain", da im Basic Index des CA-Files nur einzelne Segmente indexiert sind => Zur Suche mit Nah-Operatoren verknüpfen !

EXPAND Ciba Geigy/PA (in PATDPA)

zeigt 12 Terme, darunter den gesuchten mit der hier richtigen Trefferzahl von Null, aber flankiert von den richtigen Einträgen

Im Suchfeld /PA (Patent Assignee) sind die Firmennamen mit allen Lerstellen und Sonderzeichen als "Bound Phrases" gespeichert. Es gibt nur dann einen Treffer, wenn Übereinstimmung in allen Details gefunden wird.

=> Achten Sie auf die Indexierungsweise in den Datenfeldern:

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Weitere Befehlsoptionen

  1. SET EXPAND CONT

    -> Durchnumerierung aller EXPAND-Terme bis E999

    falls erreicht: Löschen mit DELETE EXPAND

    Zur Beachtung: Der letzte Term muß immer im zu löschenden Bereich enthalten sein

  2. EXPAND BACK Frankfurt/CS (in File CA)

    Auflistung in umgekehrter Reihenfolge

  3. EXPAND LEFT Acoust/BI (in WPINDEX)

  4. EXPAND kann in bis zu 3 Feldern gleichzeitig durchgeführt werden:

    EXPAND Ethanol/PRE.SM,PRE.RGT,PRE.SOL

WICHTIG: Keine Trunkierungszeichen unter EXPAND verwenden! Sie würden als Zeichen gelesen und irreführende Ergebnisse verursachen.

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SEARCH

Sucht den angegebenen Term (Text, Zahl) in einem oder mehreren Feldern (Registern) und erzeugt einen Antwortsatz, eine "L-Nummer"

Eine L-Nummer ist eine Untermenge von Dokumenten aus der/den durchsuchten Datei(en) die angesehen oder wie ein Suchterm weiterverarbeitet werden kann.

Bis zu 999 L-Nummern in einer Session sind möglich.

Ein Suchfeldname besteht aus einer Buchstabenfolge von 2 bis 6 Zeichen,z.B.: /MP, /REA.SM, /RI.W

Beispiele:

SEA Genetic(W)Engineering/BI

=> Der (nW)-Operator bewirkt, daß die Begriffe in der gewünschten Reihenfolge mit max. n Zwischenworten nebeneinanderstehend gefunden werden; (nA) erlaubt beliebige Reihenfolge

Anmerkung: /BI ist der Basic Index einer jeden Datei. Es werden mehrere Felder gleichzeitig durchsucht (meist Titel, Abstract, CTs)

in mehreren Feldern:

SEA Optimierung/TI,AB

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DISPLAY

Zeigt Dokumente oder Teile davon an.

Wegen der Kostenfolge werden zumeist nur einzelne Datenfelder oder Gruppen von Datenfeldern (= Formate) aus jedem Dokument angezeigt.

-> Jede Datei hat eine eigene Display-Struktur

Die Feldnamen unter DISPLAY sind meist identisch mit denen unter SEARCH (=> Summary Sheet)

Im Befehl müssen der Antwortsatz "L-Nummer" und die Antwortnummer(n) genannt werden, anderenfalls wird die erste Antwort des letzen Antwortsatzes angezeigt

Beispiele:

   DIS L1 1-5 TI AU CS AB   (CA-File)
   D 5 IDE RSD FA           (Beilstein)
   D -10 CN MF STR HIT      (Beilstein)
   D L15 1-20 ALL           (CEABA)

=> DISPLAY ALL vorsichtig verwenden!

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LOGOFF

Mit LOGOFF muß jede Session beendet werden.

Wird dies versäumt, so läuft die Einschaltgebühr für eine Datei noch fünfzehn Minuten weiter, bis zum "idle timeout".

Folge für die Praxis:

Auch bei Übertragungsproblemen sollte die Session immer durch Eingabe von

LOG Y
beendet werden.

LOGOFF HOLD
hält die Session für 60 Minuten beim Host gespeichert.

Innerhalb dieser Frist gibt es ein "Reconnect". Da der Bildschirmspeicher gelöscht ist, müssen Displays, die nicht mit gespeichert wurden, kostenpflichtig wiederholt werden.

=> Wichtige Sessions sollten mitgespeichert werden

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Die Operatoren

1. Logik-Operatoren (Boolesche Operatoren)

-> Finden Treffer in "Feldern" von Dokumenten (Abstracts, Datendossiers, Tabellen), wie Titel, Autorennamen, Substanznamen, Physikalischen Datenarten, Faktenfelder, Update-Codes u. a.

AND
findet Dokumente, die beide Merkmale aufweisen

OR
findet Dokumente, die entweder das eine, oder das andere Merkmal haben

-> OR ist ein einschließendes ODER

NOT
schließt alle Dokumente aus, die dieses Merkmal haben

NOT sollte vorsichtig eingesetzt werden, da das Dokument aus anderen Gründen interessant sein könnte (wirkt "diskriminierend")

=> Empfohlen wird die fortschreitende Präzisierung mit AND-Logik

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2. Nah-Operatoren (auch Proximity-, oder Freitext-):

(nW), (nA), (S) und (P), (L), (T)

-> Finden Treffer innerhalb bestimmter Teile von Datenfeldern, z.B.:

  1. in Titeln, Verbindungsnamen, Abstract-Texten, Index Terms

    oder:

  2. verbinden Teile von Datenfeldern miteinander (in verschiedenen DB unterschiedliche Bedeutung)

Beispiel zu 1.:

   S (Dinitro(W)styryl(W)benzimidazole)/CNS
   S 100/BP (P) 760/BP.P

oder bewirkt, daß chemische Verbindungen als Bestandteile derselben Reaktion gefunden werden (Beilstein)

Ohne die richtigen Nah-Operatoren werden Namensteile in verschiedenen Namen gefunden, physikalische Werte mit den falschen Parametern, oder Reaktant und Reagens in verschiedenen Reaktionen!

Einführung in die Suchsprache Messenger, 14

3. Die Maskierungszeichen

Unter SEARCH können folgende Zeichen eingesetzt werden um Teile der Frage offen zu lassen:

  1. Das Fragezeichen - ?

    Bedeutung: beliebige Anzahl von Zeichen am Ende eines Suchbegriffs

    Beispiel: S steroid?/CN

  2. Das Ausrufungszeichen - !

    Bedeutung: Genau ein Zeichen

    Beispiel: S iso!!!nolin#/CN

    aber: S (Cumarin OR Coumarin)/CN

  3. Die "Hashmark" - #

    Bedeutung: Ein oder kein Zeichen am Ende eines Begriffes

    Beispiel: S adstringent#/BI

-> Keine Maskierungen unter EXPAND verwenden!!!

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Numerische Operatoren für die Faktenrecherche:

=
Gleichheit
>
größer als
<
kleiner als
>=
größer oder gleich
<=
kleiner oder gleich
-
Wertebereich

Beispiele:

   SEA 150-152/MP
   SEA 1985<PY<1990
   SEA UP>=950501

Finden exakter Werte:

Kombination der Suchanfrage mit

(P) EXACT/(Feldname).KW


© Dr. Norbert Skurcz, Datenbanken - Informationsdienste, Ettlingen, eMail 100435.1162@compuserve.com, 1996-11-10.
HTML-Formatierung und Bearbeitung: Burkhard Kirste, 1996-11-21