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Theoretische Chemie

Hallo,

ich bin als Tutor in einer Arbeitsgruppe der Theoretischen Chemie beschäftigt. Was ein Tutor ist und wie viel Geld man da verdient, hat Euch ja schon die Tutorin aus der Bibliothek erzählt. Die Theoretische Chemie ist ein Teilgebiet der Chemie, bei der man tatsächlich überhaupt nichts mehr direkt mit Chemikalien zu tun hat, sondern vielmehr versucht, die Eigenschaften von Molekülen durch Berechnungen zu verstehen. Wichtigstes, ja fast einziges Arbeitsmittel sind hier Computer.

Solche Berechnungen sind unglaublich kompliziert. Selbst mit leistungsfähigen Rechnern kann man die meisten Problemstellungen nur mit Näherungslösungen bearbeiten, die heutzutage allerdings schon verblüffend gute Resultate ergeben. Mein Job ist es, die berechneten Daten in ein Programm einzugeben, was diese zu visualisieren vermag. Auf dem Bildschirm läuft gerade eine Video-Sequenz, bei der eine intramolekulare Wasserstoffübertragung ablaufen soll. Dieser Prozess ist an dem betreffenden Molekül experimentell beobachtet worden und man will mit den Berechnungen nun verstehen, wieso das möglich ist. Wenn man den Prozess theoretisch verstanden hat, wäre man in der Lage, auch für andere Systeme entsprechende Vorhersagen zu machen.

Natürlich wäre es ein unglaublicher Effizienzvorteil, wenn man gar keine Experimente mehr machen müsste, weil man alle Effekte und Reaktionen theoretisch vorhersagen kann. So weit ist man aber leider noch lange nicht. Immerhin kann man aber schon bestimmte spektrale Eigenschaften und auch in Ansätzen das Reaktionsverhalten von Molekülen theoretisch verstehen. Und wenn man z.B. gar erfolgreich die Steuerung einer Reaktion mit einem Laser vorhersagen kann, dann hat man schon einen richtigen Knüller gelandet.

 





 

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T.Lehmann | Letzte Aktualisierung: 20.03.2009| Links