Leistungspunkte
Definition
Leistungspunkte geben den Arbeitsaufwand für eine Lehrveranstaltung inklusive aller erforderlichen Vor- und Nachbereitungezeiten an, also auch der Zeit, die zum Schreiben der Protokolle oder zur Vorbereitung auf die Prüfung notwendig ist. Natürlich ist dieser Aufwand individuell sehr verschieden und es kann daher nur ein Mittelwert angesetzt werden. Ein Leistungspunkt entspricht dem Aufwand von 30 Arbeitsstunden. Insgesamt sind pro Semester 30 Leistungspunkte Regelleistung zu erbringen was 30 * 30 = 900 Stunden Arbeit pro Semester entspricht. Das englische Wort für "Leistungspunkte" heißt "credits". Die vorstehend beschriebenen Regel entsprechen dem ECTS (European Credit Transfer System).
Notenberechnung
Prüfungsnoten fließen mit dem Gewicht der der Lehrveranstaltung zugeordneten Leistungspunkte in die Gesamtnote ein. Man multipliziert dazu die erhaltene Note mit der Zahl der Leistungspunkte, addiert dann die Produktwerte der zu mittelnden Lehrveranstaltungen und teilt das Ergebnis durch die Anzahl der einbezogenen Leistungspunkte. Man kann auf diese Weise Modulnoten oder auch die Note für das Abschlusszeugnis berechnen.
Zuweisung von Leistungspunkten
Wir verwenden derzeit den folgenden Schlüssel zur Anrechnung von Leistungspunkten:
- Für 1 SWS Vorlesung gibt es 1,5 Leistungspunkte. 1 SWS bedeutet, dass eine Vorlesung z.B. entweder ganzsemestrig 1 Mal pro Woche 1 Stunde lang stattfindet oder halbsemestrig 2 Stunden pro Woche.
- Für 1 SWS Seminar, ein Tutorium oder eine Übung gibt es 1 Leistungspunkt.
- Für ein täglich stattfindendes Praktikum gibt es pro Woche einen Leistungspunkt, wenn es im Semester neben den Vorlesungen besucht wird. (Halbtagspraktikum) Findet das Praktikum ganztägig statt (Semesterferien), gibt es 1,5 Leistungspunkte pro Woche.
Diese Zuweisung spiegelt nach bisherigen Beobachtungen den Aufwand i.a. richtig wieder. Evaluationen der Lehrveranstaltungen sollen helfen, dies zu üperprüfen und wo nötig, zu korrigieren.
Arbeitsbelastung
Wenn gemäß ECTS 900 Stunden Arbeit pro Semester ausschließlich im Semester erbracht werden sollen, ergibt sich eine wöchentliche Belastung von 900 / 15 = 60 Stunden! Soll die wöchentliche Belastung auf ein "normales Arbeitnehmermaß" zurückgefahren werden, müsste diese auf 900 / 40 = 22,5 Wochen verteilt werden. Pro Jahr wären das 45 Wochen. "Ferien" wären dann nur noch 7 Wochen im Jahr, es ergäben sich also Verhältnisse, die einem typischen Arbeitnehmerdasein ähnlich sind. Hier ist noch die Aufgabe zu lösen, zwischen dem Wunsch der Studenten, einerseits im Semester weniger "Stress" zu haben, andererseits die Semesterferien in ihrer heutigen Länge möglichst zu erhalten, die richtige Balance zu finden.


